Gasausbau im krassen Widerspruch zu Klimaschutzzielen

Österreichischer Biomasse-Verband begrüßt Klimaschutzstrategie der Regierung. Geplanter Gasausbau verursacht hingegen zusätzlich neun Millionen Tonnen CO2.

Wien (OTS) - Der Österreichische Biomasse-Verband begrüßt die Beschlüsse der Bundesregierung zur Verringerung der CO2-Emissionen als wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einem kohlenstoffarmen, klimaverträglichen Energiesystem. "Die künftige Erzeugung von Lebensmitteln, aber natürlich auch von Biomasse für den Energiesektor ist auf ein stabiles Klima ohne große Extreme angewiesen, das gilt auch für die Stromerzeugung aus Wasserkraft. Nun kommt es darauf an, dass alle Bereiche der Wirtschaft und Gesellschaft solidarisch diese Strategie zu einer klimaverträglichen Energieversorgung unterstützen", zeigt sich Heinz Kopetz, Vorsitzender des Österreichischen Biomasse-Verbandes, überzeugt. Die Verantwortung der Entscheidungsträger von heute für die Lebensbedingungen der nächsten Generation verlangt diese Solidarität.

Gibt es für die Strom- und Gaswirtschaft keinen Klimaschutz?

Umso überraschender kommt daher eine Ankündigung im heutigen Morgenjournal, wonach verschiedene Unternehmen gleich vier neue Gaskraftwerke im Süden Österreichs planen, dazu neue Gaspipelines und einen Mehrverbrauch von Erdgas von fünf Milliarden Kubikmetern. Offensichtlich ist in diesen Kreisen die Botschaft von einer aktiven Klimaschutzpolitik in Österreich immer noch nicht angekommen.

Die angekündigten Pläne entsprechen einer Erhöhung des Gaseinsatzes um etwa 50 Prozent und würden die CO2-Emissionen um satte neun Millionen Tonnen jährlich erhöhen. Schon derzeit steht Österreich vor der schwierigen Aufgabe, seine CO2-Emissionen bis 2010 um 24 Millionen Tonnen zu senken, um dem Kyoto-Ziel zu entsprechen.

Gemäß den Beschlüssen des letzten EU-Rates vom 9. März 2007 sind bis 2020 noch viel weitreichendere Reduktionen verbindlich vereinbart worden. Die Ankündigungen im Morgenjournal erwecken allerdings den Eindruck, dass für Teile der österreichischen Strom- und Gaswirtschaft die Klimaschutzprobleme nicht existieren. Solange aber so wichtige Partner Entscheidungen treffen, die im vollen Widerspruch zu der von der Regierung beschlossenen Klimastrategie und den europäischen Vorgaben stehen, ist die Klimaschutzpolitik der Regierung zum Scheitern verurteilt.

Der Österreichische Biomasse-Verband regt daher an, dass die Regierung Gespräche mit diesen Wirtschaftpartnern aufnimmt, damit auch diese Branchen ihren Beitrag zur Verringerung der CO2-Emissionen leisten.

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Doris Hofbauer
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