Klement: Brüssel als Steigbügelhalter der US-Gentechnikkonzerne

EU weicht ihren Widerstand gegen Zulassung und Freisetzung gentechnisch veränderter Nahrungsmittel immer mehr auf

Wien (OTS) - "Betrachtet man die Antworten von
Gesundheitskommissar Kyprianou, hat man den Eindruck, ein Taubenschlag auf dem Dach sei der ideale Weg zur Reinhaltung der Fassade. Wenn Herr Kyprianou behauptet, die dank der neuen EU-Bio-Verordnung zulässige, vermehrte gentechnische Kontamination biologischer Lebensmittel sichere deren Unverfälschtheit, kann dieser Logik wirklich niemand folgen", nimmt heute FPÖ NAbg., Agrarsprecher DI Karlheinz Klement gemeinsam mit dem Bundesobmann der Freiheitlichen Bauernschaft Horst Wagenhofer Bezug auf Kypranous Stellungnahme zur Anfrage von Andreas Mölzer an die EU-Kommission.

Marcos Kyprianou gehe aber noch weiter. Obwohl Rumänien die in Europa mit Abstand größten Anbauflächen für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen aufweist (etwa 100.000 Hektar Soja), soll der EU-Beitritt des Landes die in der EU gültigen Gentechnik-Verbote stärken. Ein konkreter Verweis auf entsprechende Passagen des Beitrittsvertrages fehle. "Vermutlich weil auch solche Passagen selbst fehlen", so die beiden freiheitlichen Politiker.

Klement: "Diese Aussage ist ebenso widersprüchlich wie die Mär, eine von 0,1 auf 0,9 Prozent erhöhte gentechnische Kontamination biologischer Lebensmittel sei ein Schritt zur Reinheitsgarantie derselben. Solcher Unfug ist an Zynismus kaum zu überbieten. Diese Erhöhung hat keinen anderen Zweck als nach und nach die Schmerzgrenze nach oben zu fahren und die Akzeptanz für - derzeit sehr wohl vermeidbare - gentechnische Verunreinigungen zu erhöhen."

Gleiches gelte für die Unterscheidung von gentechnisch veränderten und "lediglich" mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gemästeten Tieren. Produkte aus ersteren wären in der EU kennzeichnungspflichtig, Erzeugnisse aus zweiteren wären das nicht. "Um den Konsumenten nicht zu verwirren", wie Kyprianou rücksichtsvoll bemerkt.

"Der Verbraucher müsste solche Unterscheidungen, die Haarspaltereien sind, gar nicht vornehmen, wenn es der EU mit der Aufrechterhaltung ihrer Gentechnik-Verbote ernst wäre. Vielmehr als dieses Bestreben verdeutlicht das Verhalten der Kommission, dass sie größtes Interesse hat, der US-amerikanischen Gen-Industrie den angestrebten Einzug nach Europa rasch zu ermöglichen. Gegen den ausdrücklichen Willen der Europäer, deren berechtigte Sicherheitsbedenken vorsätzlich verraten werden", schließen Klement und Wagenhofer.

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