Österreichs Sozialpartner wollen Europas Zukunft gemeinsam mitgestalten

Sozialpartner fordern zum 50-Jahr-Jubiläum der Römischen Verträge ein Europa, das Wettbewerbsfähigkeit mit Vollbeschäftigung und sozialer Sicherheit verbindet

Wien (PWK204) - Anlässlich des 50 jährigen Jubiläums der Europäischen Union haben sich die österreichischen Sozialpartner auf eine gemeinsame Deklaration geeinigt, die heute anlässlich der Veranstaltung "Europa - Quo vadis?" von den vier Präsidenten Rudolf Hundstorfer - ÖGB, Dr. Christoph Leitl - WKÖ, Rudolf Schwarzböck - LK und Mag. Herbert Tumpel - BAK unterzeichnet wurde. In dieser Deklaration wird der Wille der Sozialpartner zur aktiven Mitgestaltung eines modernen, friedlichen, wettbewerbsfähigen und sozialen Europas mit mehr und besseren Arbeitsplätzen manifestiert.

Dabei sehen die österreichischen Sozialpartner in folgenden Punkten Handlungsbedarf:

Erweiterung und Vertiefung

Die österreichischen Sozialpartner sprechen sich für ein klares Konzept der Aufnahmefähigkeit der Union aus, wobei insbesondere die institutionellen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekte zu berücksichtigen sind.

Wachstum und Beschäftigung

Der Fokus auf Forschung, Innovation, Beschäftigung und Bildung bietet die Chance, Europas Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und den Zielen der Lissabon-Strategie näher zu kommen. Europa wird seine Chance im raschen Umsetzen von Know-how, Wissen, Qualifikation und Innovation nützen müssen.

Mehr und bessere Arbeitsplätze

Es bedarf verstärkter und gemeinsamer Anstrengungen zur Förderung von mehr und hochwertigen Arbeitsplätzen. Dazu gehören gute Arbeitsbedingungen wie Mitbestimmung und kollektive Interessenvertretung, faire Löhne, gleiche Chancen für Frauen und Männer, Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, eine familienfreundliche Arbeitsorganisation sowie die Förderung des lebenslangen Lernens und der Möglichkeiten zur beruflichen Weiterbildung

Verbesserte Ausrichtung und Koordinierung der Wirtschaftspolitik

Die österreichischen Sozialpartner bekräftigen ihre Empfehlungen für eine verbesserte Ausrichtung und Koordinierung der Wirtschaftspolitik innerhalb der Europäischen Union. Dazu zählen unter anderem "eine verbesserte Abstimmung zwischen Geld- und Fiskalpolitik, die beide auch auf das Ziel des Wirtschaftswachstums ausgerichtet sein müssen".

Binnenmarkt als Motor für Wachstum und Beschäftigung

Der Binnenmarkt soll ein Motor für Wachstum und Beschäftigung und gleichzeitig ein Instrument zur Verbesserung der Lebensqualität in Europa sein. Die Binnenmarktpolitik muss verstärkt all diese Dimensionen berücksichtigen.

Umwelt- und Energiepolitik als zentrale Themen

Die Sozialpartner betonen, dass ein hohes Umweltschutzniveau und eine sichere Versorgung mit Energie - unter entsprechender Berücksichtigung erneuerbarer Energie - zu erschwinglichen Preisen von enormer Bedeutung für die Zukunft der Union sind. Die Union muss den Ehrgeiz aufbringen, nicht nur zum dynamischsten wissensbasierten, sondern auch zum energie- und ressourceneffizientesten Wirtschaftsraum der Welt zu werden. Dies wäre ein wichtiger Beitrag Europas zur Bekämpfung des Klimawandels.

Ein Europa der Vielfalt in der Einheit

Der Europäische Einigungsprozess geht weit über Wirtschaft und Politik hinaus. Es gilt, bei den jungen Menschen anzusetzen, die die Zukunft Europas sind. Jugendaustauschprogramme sind essentiell, um ein Europa "von Bürgern für Bürger" zu schaffen, das durch Vielfalt in der Einheit gekennzeichnet ist.

Vor diesem Hintergrund fordern die österreichischen Sozialpartner die Bundesregierung auf, dafür einzutreten, dass der 50. Jahrestag der Römischen Verträge zum Anlass genommen wird, die Europäische Union ein Stück handlungsfähiger und damit zukunftsfähiger zu machen. "Ziel muss die Schaffung eines Europas der Zukunft sein, das den Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger entspricht. Dies betrifft insbesondere die Erhöhung des Wirtschaftswachstums, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Bewältigung der Folgen der Globalisierung, die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung und Solidarität," so die vier Präsidenten der Sozialpartner. (Ne)

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markus.nepf@wko.at
ÖGB, Annemarie Kramser, Tel. 53444-221
annemarie.kramser@oegb.at
BAK, Mag.Norbert Templ, Tel. 50165-2158
norbert.templ@akwien.at
LK, Dr. Josef Siffert, Tel. 53441-8521
j.siffert@lk-oe.at

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