- 21.03.2007, 18:49:36
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Tourismusausschuss beschäftigt sich mit Tourismusbericht 2005 Strategien für Ganzjahrestourismus angedacht
Wien (PK) - Mit dem "Tourismusbericht 2005" beschäftigte sich der
Tourismusausschuss des Nationalrates in seiner heutigen Sitzung.
Außerdem nahm der Ausschuss einen Dreiparteienantrag zum Thema
"Stärkung des Ganzjahrestourismus" an und diskutierte die aktuelle
Lage des heimischen Tourismus im Rahmen einer aktuellen Aussprache.
Zu Beginn der Sitzung wurden zudem Gabriel Obernosterer (V) zum neuen
stellvertretenden Ausschussobmann und Anita Fleckl (S) zur neuen
Schriftführerin des Ausschusses gewählt.
Zu Beginn der aktuellen Aussprache nannte Abgeordnete Melitta Trunk
(S) die Freizeit- und Tourismuswirtschaft einen wesentlichen Bereich
der heimischen Wirtschafts- und Arbeitswelt, der zudem vor großen
Herausforderungen stehe. Es sollten daher alle gemeinsam für den
heimischen Tourismus auftreten und sich entsprechend der allgemeinen
Bedeutung des Tourismus für Österreich engagieren, wozu auch ein
intensiverer Sitzungsrhythmus des Ausschusses zu zählen wäre.
Abgeordnete Gabriela Moser (G) thematisierte sodann den Klimaschutz
und erkundigte sich danach, welche Initiativen seitens der
Bundesregierung auf dem Gebiet des Tourismus in diesem Zusammenhang
gesetzt werden würden. Abgeordnete Christian Faul (S) sprach die
unterschiedlichen Ferienregelungen in den Bundesländern und deren
Auswirkungen auf den Tourismus an und ging auf neue Konzeptionen und
Akzentsetzungen für den heimischen Tourismus ein. Die F-Mandatare
Gerald Hauser und Bernhard Themessl urgierten ein eigenes
Staatssekretariat für Tourismusfragen, was dem Stellenwert des
Tourismus entsprechen würde. Hauser fokussierte zudem auf naturnahem
Tourismus.
Abgeordneter Rainer Wimmer und Abgeordnete Katharina Pfeffer (beide
S) setzten sich mit dem Themenkreis Modellregionen im Tourismus
auseinander, wobei Wimmer sich nach allfälligen Förderungen
erkundigte und Pfeffer auf die Tourismusregion Pannonien zu sprechen
kam. Abgeordneter Gabriel Obernosterer (V) votierte für eine bessere
Zusammenarbeit im Bereich der Tourismuswerbung, wo vermehrte
Koordination wünschenswert sei. Abgeordneter Elmar Mayer (S)
erkundigte sich nach der Höhe der heimischen Tourismusförderung,
Abgeordnete Anita Fleckl (S) wies auf das Erfordernis hin, das Rote
Kreuz, das in den saisonalen Hochzeiten des Tourismus ganz besonderen
Anforderungen ausgesetzt sei, entsprechend zu unterstützen.
Abgeordneter Franz Hörl (V) wies in diesem Zusammenhang auf das
Tiroler Finanzierungsmodell hin.
Abgeordnete Birgit Schatz (G) und Abgeordneter Herbert Kickl (F)
lenkten die Aufmerksamkeit des Ausschusses auf die Arbeitsbedingungen
im heimischen Tourismus und urgierten eine diesbezügliche
Verbesserung. Ausschussvorsitzender Josef Bucher (B) kündigte an, der
Ausschuss werde sich künftig öfter treffen. Zudem wolle man
regelmäßig in die Bundesländer reisen, um die Probleme vor Ort
kennenzulernen. Überdies wolle der Ausschuss sich auch mit
Themenschwerpunkten beschäftigen, gegenwärtig etwa mit dem
Klimawandel, wozu auch eine entsprechende Enquete angedacht sei.
Schließlich fragte er noch nach der Finanzierung der EURO 2008.
Bundesminister Martin Bartenstein erinnerte daran, dass er seit
sieben Jahren auch Tourismusminister sei, weshalb es ihn sehr freue,
dass es nun diesen Ausschuss gebe. Der reine Tourismus stelle
immerhin 8,8 % des BIP, der Tourismus insgesamt sogar 16 % des BIP
dar. Der Tourismus sei mithin ein Arbeitsmarktmotor und habe eine
wichtige Funktion für die heimische Wirtschaft.
Das Regierungsmitglied erläuterte den Relaunch der Klimastrategie
sowie die künftige Ferienplanung, mit der man die gegenwärtige
Situation zu optimieren beabsichtige. Zwei Semesterferien-Termine
seien seiner Meinung nach ausreichend. Er habe zwar sehr gute
Erfahrungen mit einem eigenen Staatssekretariat für Tourismus
gemacht, die neue Konstellation sei aber gleichfalls gut geeignet.
Nach entsprechenden Ausführungen zum Themenkreis Sommertourismus
erklärte Bartenstein, die speziellen Förderungen für den naturnahen
Tourismus würden fortgeführt, es gebe aber kein eigenes Förderkonzept
für den Ökotourismus. Insgesamt werde der Tourismus mit 58 Mill. €
gefördert. Für die EURO 2008 seien seitens des Bundes 6 Mill. €
vorgesehen, führte Bartenstein weiter aus, der zudem meinte, in
dieser Frage sollten alle an einem Strang ziehen, immerhin sei dies
die größte Sportveranstaltung, die es in Österreich je gegeben habe.
Der Bundesminister meinte weiters, die Förderung des ÖRK solle den
Ländern überlassen bleiben, Entlohnungsfragen in der Tourismusbranche
seien Sozialpartnersache, die Verhältnisse würden allerdings a la
longue besser, zudem seien Tourismusberufe eine internationale
Chance. Der Bund bemühe sich, für ansprechende Bedingungen zu sorgen.
Sodann sprach sich der Ausschuss dafür aus, der Bundesminister möge
strategische Überlegungen in Richtung eines Ganzjahrestourismus
anstellen, indem er einen entsprechenden Entschließungsantrag von S,
V und B befürwortete. Abgeordnete Gabriela Moser (G) meinte, die
Inhalte des Antrages seien größtenteils akzeptabel, allerdings wären
diese in Detailaspekten zu ressourcenbelastend, weshalb sich die
Grünen diesem Antrag verschließen müssten. Abgeordneter Gerald Hauser
(F) bemängelte, dass der Antrag ziemlich allgemein gehalten sei -
hier müsse man konkreter werden -, signalisierte gleichwohl die
Zustimmung seiner Fraktion. Abgeordneter Franz Hörl (V) verteidigte
den Antrag als zweckdienlich und unterstrich insbesondere den Aspekt
des Respekts vor der Natur. Der Antrag wurde mit den Stimmen von S,
V, F und B angenommen.
Mandatare von S, V und B begehren vom zuständigen Minister
strategische Überlegungen dahin gehend, die tourismuspolitischen
Ausrichtungen mit der Zielsetzung "Ganzjahrestourismus"
weiterzuentwickeln und dabei vor allem auf Bereiche wie
Kulturtourismus, Wellness und sanftem Tourismus zu setzen. Zudem
sollen Kultur- und Gastronomieschwerpunkte ausgebaut, der Aufbau von
Modellregionen unterstützt und eine qualitätvolle Nutzung sowie der
weitere Ausbau der Infrastruktur ermöglicht werden. (122/A [E])
Schließlich debattierte der Ausschuss noch den "Tourismusbericht
2005" der Bundesregierung. Abgeordnete Gabriela Moser (G) ging auf
ökologische Aspekte, insbesondere auf solche der Nachhaltigkeit des
Tourismus ein und richtete in der Folge Detailfragen an das
Regierungsmitglied. Abgeordneter Gerald Hauser (F) erklärte, seine
Fraktion wolle den Bericht 2006 abwarten, um diesen dann entsprechend
zu behandeln. Abgeordnete Melitta Trunk (S) würdigte den Bericht als
transparent, ausführlich und informativ und meinte, dieser sei eine
hervorragende Basis, um Strategien zu entwickeln. Bundesminister
Martin Bartenstein beantwortete die aufgeworfenen Detailfragen und
nutzte die Gelegenheit, sich abermals zum Qualitätstourismus zu
bekennen.
Der Bericht wurde mehrheitlich zur Kenntnis genommen und sogleich
enderledigt.
Der dem Nationalrat 2006 unterbreitete Bericht des
Wirtschaftsministers über die Lage der Tourismus- und
Freizeitwirtschaft in Österreich 2005 (III 32 d.B.) unterstreicht
einmal mehr die Bedeutung des Tourismus für die heimische Wirtschaft,
die Arbeitsplätze und den Standort Österreich. Statistisch gut belegt
werden die enormen Chancen, die die Wachstumsbranchen Fremdenverkehr
und Freizeitwirtschaft für Österreich bieten. Beleuchtet werden aber
auch der Veränderungsdruck durch neue Trends im Tourismus und Risken
auf dem traditionell jungen touristischen Arbeitsmarkt durch die
fortschreitende Alterung der Gesellschaft.
Im Einzelnen zeigen die Autoren des Berichts, dass die
österreichische Tourismuswirtschaft auch 2005 die natürlichen und
kulturellen Standortvorteile des Landes und das Know-how der
heimischen Fachkräfte nutzen und die Tourismuseinnahmen von 28 Mrd. €
auf 29 Mrd. € steigern konnte. Davon stammten 53,4 % oder 15,48 Mrd.
€ (+ 4 %) von Gästen aus dem Ausland, 43,6 % von inländischen Gästen
sowie 3 % von Inländern, die in Wochenendhäusern und Zweitwohnungen
urlaubten. Verstärkt nutzten die Österreicher 2005 das
Freizeitangebot am Wohnort und gaben dafür 22,55 Mrd. € (+ 3,7 %)
aus, sodass die gesamte Tourismus- und Freizeitbranche einen Umsatz
von 51,55 Mrd. € (+ 3,6 %) erzielte. Auch vom nächsten
Tourismusbericht sind gute Nachrichten zu erwarten: Wegen der
Konjunkturbelebung in der Heimatländern wichtiger Gästegruppen ist
für 2006 mit einem Umsatzzuwachs von 4 % zu rechnen, schreiben die
Tourismusexperten. (Schluss)
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