"KURIER"-Interview mit Eurofighter-Testpilot: "Habe Bodenziele attackiert" (Von Nicholas Bukovec)

Überschallflug, Scheinangriffe und Landen ohne Räder: Chris Worning testete Österreichs ersten Eurofighter.

Wien (OTS) - Testpilot Chris Worning hat mehr als 500 Flüge mit
dem Eurofighter absolviert. Der Erstflug mit einem fabriksneuen Jet ist für den Dänen immer ein Nervenkitzel. Gestern war es wieder so weit. Worning absolvierte im bayrischen Manching den Premierenflug mit dem ersten für Österreich bestimmten Eurofighter.

"Es war einfach herrlich, das Flugzeug funktionierte ausgezeichnet", sagte der Däne nach dem einstündigen Flug exklusiv zum KURIER. Nur ein Filtersystem, das die Sauerstoffzufuhr für den Piloten regelt, habe nicht funktioniert. Worning: "Das kommt bei Erstflügen öfter vor, den Filter müssen wir tauschen."

Nach dem Start mit "AS001" (AS = Austrian Singleseater) schoss Worning steil in Höhe. "Beim Erstflug geht es darum, so viele Systeme wie möglich zu testen." Um die Triebwerke so richtig zu fordern, beschleunigte Worning auf 1,7-fache Schallgeschwindigkeit. Die maximale Höhe betrug 12.500 Meter. Der Testpilot flog Scheinangriffe, um die Waffensysteme zu testen. "Ich habe Luft- und Bodenziele erfolgreich attackiert."

Weil auch Piloten Anfängerfehler machen, testete Worning, ob das Sicherheitssystem Alarm schlägt, wenn er ohne Fahrwerk zu landen versucht. Es schlug Alarm - und Worning zog zufrieden die Maschine hoch. Vor der Landung führte der Däne ein sogenanntes Touch-and-Go-Manöver (Aufsetzen und Durchstarten) durch. Die Bremsen arbeiteten nach Wunsch, Worning beendete den Testflug mit einer Bilderbuchlandung.

Der EADS-Testpilot ist von "AS001" schwer beeindruckt: "Der österreichische Jäger ist der modernste, den wir derzeit haben. Er zeigt, dass der Eurofighter erwachsen geworden ist." Ein paar Dutzend Konstrukteure und Eurofighter-Verantwortliche verfolgten den Probeflug vom Boden aus mit. Das österreichische Bundesheer war nur durch Techniker vertreten. "AS001" soll am 1. Juni in Österreich landen.

Während der Jethersteller Tatsachen schafft, treten die Eurofighter-Gegner in Österreich auf der Stelle. Bei der heutigen Sitzung des Untersuchungsausschusses werden die wichtigsten Zeugen fehlen. Eurofighter-Werberin Erika Rumpold ist nach eigenen Angaben geschäftlich verhindert, EADS-Lobbyist Erhard Steininger befindet sich im Ausland. Ausschussvorsitzender Peter Pilz droht mit Zwangsvorführungen.

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