GLOBAL 2000: Bundesregierung schreibt Österreichs Versagen beim Klimaschutz fort

Mogelpackung bei Erneuerbaren Energien?

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 befürchtet, dass die heute vorgelegte 2. Klimastrategie der Bundesregierung ähnlich wirkungslos bleiben wird wie die erste und ortet eine inakzeptable Mogelpackung im Bereich der Erneuerbaren Energien. "Schon das Strategiepapier aus dem Jahr 2002 hat ausreichende Maßnahmen für eine 13prozentige Reduktion der Treibhausgase vorgesehen. Tatsächlich aber sind die Emissionen angestiegen. Hier haben die Umweltminister Bartenstein, Molterer und Pröll auf ganzer Linie versagt", kritisiert GLOBAL 2000-Energiesprecherin Silva Herrmann. "Auch die jetzt vorgelegte Strategie macht wenig Hoffnung auf die Umsetzung wirksamer Klimaschutzmaßnahmen."

Bezüglich des seit 1990 am stärksten wachsenden "Verschmutzungssektor", dem "motorisierten Straßenverkehr", findet sich in der Klimastrategie zwar einiges an Bewusstseinsbildung, aber wenig konkret wirksames. So fehlen verbindliche Aussagen zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs, wie zum Beispiel ein Stundentakt der Bahn nach Schweizer Vorbild. Bei der Beimengung von Biokraftstoffen fehlen nach wie vor ökologische Rahmenbedingungen, die ausschließen, dass gentechnisch veränderte Pflanzen zu Herstellung verwendet werden bzw. Regenwald zerstört wird.

Eine inakzeptable Mogelpackung ortet GLOBAL 2000 im Bereich der Erneuerbaren Energien. Die Klimastrategie schreibt das 80-Prozent-Ziel für erneuerbare Energie in der Stromerzeugung bis 2010 fest. Statt aber auf den gesamten Stromverbrauch im Jahr 2010, bezieht sich das Ziel nur auf 56,1 Terrawattstunden, dem Stromverbrauch von 1997. Die Stromverbrauchsprognosen für 2010 liegen jedoch bei 74 Terrawattstunden. Das hat zur Folge, dass der tatsächliche Ökostromanteil in Österreich bis 2010 unter 60 Prozent fallen wird. "Hier versucht die Bundesregierung zu tarnen und zu täuschen, anstatt wirksame Klimapolitik zu betreiben", so Herrmann.

Darüber hinaus zeigt sich GLOBAL 2000 enttäuscht, dass entgegen den Beteuerungen von Bundeskanzler Gusenbauer der Anteil der Klimaschutzmaßnahmen im Ausland deutlich angeoben wurde.

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