Schwarzböck appelliert an Regierung: Klimastrategie nun rasch umsetzen

Sofortmaßnahmen bei Raumheizung und Straßenverkehr notwendig

Wien (AIZ) - "Die Anpassung der heimischen Klimastrategie, die
heute vom Ministerrat beschlossen worden ist, enthält eine Reihe von Schritten, die nun unverzüglich umgesetzt werden muss. Besonders die Schwerpunkte Straßenverkehr und Raumwärme verlangen Sofortmaßnahmen. Deshalb unterstützen wir voll und ganz den Umweltminister Josef Pröll bei der vorgezogenen Erhöhung der Beimischung von Biotreibstoff und die Pläne, die Wohnbauförderungsmittel im Sinne des verstärkten Klimaschutzes gezielt einzusetzen. Der Agrarsektor hat mit einem CO2-Minus von fast 14% vorgezeigt, dass eine spürbare Verringerung der Treibhausgase möglich ist. Nun sind alle anderen Bereiche aufgerufen, ebenfalls klimawirksame Handlungen zu setzen", erklärte Rudolf Schwarzböck, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, zur neuen österreichischen Klimastrategie.

Biomasse für Strom und Wärme

"Im Zuge der Überarbeitung der österreichischen Klimastrategie müssen vor allem in jenen Bereichen entscheidende Maßnahmen getroffen werden, die von der Zielerreichung am weitesten entfernt sind. In erster Linie sollen die Emissionen klimarelevanter Gase am jeweiligen Ort ihrer Entstehung reduziert werden. Darüber hinaus sind der Einsatz von biogenen Treibstoffen und die Verwendung von Biomasse bei der Strom- und Wärmeerzeugung als wirkungsvollste Klimaschutzmaßnahmen verstärkt zu forcieren. Emissionshandel und andere flexible Mechanismen dürfen nur in einem untergeordneten Ausmaß und in einer nachhaltigen Weise zur Anwendung kommen", ergänzte Schwarzböck.

Holz für Klimaschutz

Die Land- und Forstwirtschaft ist der von der Klimaänderung am stärksten betroffene Wirtschaftsbereich. Die Auswirkungen sind sowohl im Ackerbau als auch in der Forstwirtschaft direkt und unmittelbar negativ spürbar. Die Folgen reichen von immer häufiger auftretenden Unwettern, wie Stürmen oder Hagel, über anhaltende Trockenheit in einigen Gebieten Österreichs bis hin zu Überschwemmungen und Hochwässern.

"Zur Minderung der zu erwartenden negativen Effekte des Klimawandels für die Land- und Forstwirtschaft sind rasch entscheidende Maßnahmen zu setzen. Dabei können die Konsumenten mit ihrem Kauf- und Freizeitverhalten gezielt zur Klimaverbesserung beitragen. Auch die verstärkte Verwendung des nachwachsenden Rohstoffes Holz bietet sich als hervorragende Alternative zu fossilen Energieträgern an. Die Einsatzmöglichkeiten von Holz reichen nämlich von der Verwendung als Baustoff über die Erzeugung von Wärme und Strom bis hin zur derzeit noch im Forschungsstadium befindlichen Möglichkeit, auch Treibstoff aus Holz zu gewinnen. Entsprechende politische Vorgaben sollen dazu führen, dass mehr Holz für die stoffliche und energetische Nutzung zur Verfügung steht", verlangte Schwarzböck.

EU-Druck global verstärken

"Die Land- und Forstwirtschaft hat ein massives Interesse an effizienten Klimaschutzmaßnahmen - nicht nur auf nationaler, sondern auch auf globaler Ebene. Hier ist die EU aufgerufen, aktiv zu werden. Wir appellieren an die Verantwortlichen, den Druck international zu verstärken. Nur so kann eine Einbeziehung aller Staaten, insbesondere der USA, Indiens und Chinas, für die Post-Kyoto-Periode erreicht werden", betonte Schwarzböck.
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