"Ressourcenplan Wasser" - Alpenverein richtet Forderungen an die Bundesregierung

Innsbruck (OTS) - Der Oesterreichische Alpenverein fordert die Bundesregierung und alle Landesregierungen auf, einen verbindlichen "Ressourcenplan Wasser" zu erstellen. Dieser soll

1. den natürlichen Wasserhaushalt schützen,
2. alle menschlichen Wassernutzungen auf einander abstimmen,
3. das Verfügungsrecht über unser Wasser langfristig für die einheimische Bevölkerung sichern.

Die Wasservorkommen in Österreich sind eine Lebensressource von überragender Bedeutung. Die menschlichen Nutzungen erfolgen häufig unkoordiniert und ohne langfristig abgestimmte Gesamtplanung. Dies ist der Bedeutung dieser Lebensgrundlage absolut unangemessen und gefährdet deren Sicherung für kommende Generationen. Daher fordert der Oesterreichische Alpenverein einen politischen Planungsprozess, der die Grundlagen für nachhaltige und verantwortungsvolle Zukunftsentscheidungen schafft.

Die vielen Funktionen des Wassers für die Natur dürfen keinesfalls gefährdet werden. Wasser ist DIE "Schlüsselressource" mit wichtigen Auswirkungen auf Böden, Wald und Luft. Menschliche Nutzungsansprüche, die über die Grundversorgung hinaus gehen, müssen die damit gesetzten Grenzen akzeptieren.

Die Gesetzesmaterien, die menschliche Nutzungen des Wassers regeln, sind vielfältig und zersplittert: Natur- und Umweltschutz, Tierschutz, Fischerei, Energiepolitik, Landwirtschaft, Raumplanung, Gesundheitsvorsorge, Wasserbau, Gewässerschutz etc. Entsprechend fragmentiert sind auch die politischen und behördlichen Zuständigkeiten. Es gibt verstreute Detail-Erhebungen (z.B. Fließgewässeratlas, Quellkataster), aber keine vollständige Erfassung und keinen Nutzungsplan mit langfristiger Prioritätensetzung. Eine politische Abstimmung und eine ämterübergreifende Fachplanung für alle künftigen Nutzungsansprüche sind daher ein Gebot der Stunde. Bescheide zur Wassernutzung dürfen nicht einfach fallweise von Einzelgenehmigung zu Einzelgenehmigung erfolgen.

Die Versorgung der Bevölkerung mit ausreichend qualitativ hochwertigem Wasser muss in einem wasserreichen Land wie Österreich auch für künftige Generationen sicher gestellt werden. Dass Wasser Mangelware ist, kennen wir zur Genüge aus anderen Regionen der Erde, wo zum Teil mit Wasser Machtpolitik betrieben wird und das reine Überleben und wirtschaftlicher Erfolg an die Verfügbarkeit von Wasser gebunden sind.

Versuche, unser Wasser als Ware zu kommerzialisieren, gibt es bereits seit langem. Es scheint nicht mehr selbstverständlich, dass die Grundversorgung mit Wasser eine öffentliche Aufgabe darstellt. Über die Grundversorgung hinaus muss Wasser als natürlich vorkommende Ressource primär zum Wohle der ansässigen Bevölkerung dienen und darf keinem Gewinnstreben geopfert werden. Allfällige Wassernutzungen sind daher auch unter diesem Gesichtspunkt sehr kritisch zu prüfen.

Anlässlich des Internationalen Wassertages erinnert der OeAV an den immer noch fehlenden Startschuss zur Ausarbeitung des Wasser-Protokolls der Alpenkonvention. Darin soll die alpenweit gültige Vision verbindlich festgehalten werden.

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