Datenschutz hat oberste Priorität!

Arzneimittelsicherheitsgurt mit e-card in Salzburgs Apotheken läuft gut an / Datensicherheit für Kunden und Apotheker wichtig

Wien (OTS) - "Das Projekt in Salzburg läuft gut an und liefert wertvolle Erkenntnisse für die österreichweite Umsetzung", sagt heute, Mittwoch, der Direktor der Pharmazeutischen Gehaltskasse für Österreich, Dr. Wolfgang Nowatschek. Schon 4.500 Salzburgerinnen und Salzburger haben den neuen Arzneimittelsicherheitsgurt mit e-card angelegt. Bis zu 30.000 Medikamenten-Wechselwirkungen wurden aufgezeigt. Damit können die Kunden der Salzburger Apotheken noch besser und intensiver in Sachen Medikamentensicherheit beraten und betreut werden.

"Der Datenschutz hat dabei oberste Priorität. Unser Projektteam legt darauf höchsten Wert - im Interesse der Kunden, aber auch der teilnehmenden Apotheken", so Nowatschek. Datensicherheits-Themen wie Diebstahl der Karte, Einsichtnahme in die Daten, Löschung der Daten und Abholung von Medikamenten durch Dritte - z. B. einer Mutter für ihre Kinder - stehen im Vordergrund. "Wir raten daher zu folgender Vorgangsweise", fasst Nowatschek zusammen.

Diebstahl: Karte sofort sperren lassen!

So wie bei anderen Smartcards (Bankomat-, Kreditkarte) liegt es in der Eigenverantwortlichkeit des Patienten, seine Karte bei Diebstahl oder Verlust "sperren" zu lassen. Da bei jedem Zugriff die Gültigkeit der e-card direkt beim e-card-Rechenzentrum abgefragt wird, kann durch Sperren der Karte Missbrauch vermieden werden. Darüber hinaus ergibt sich aus dem Gespräch in der Apotheke eine Kontrolle der Identität durch den Apotheker, der auf dem Rezept den Namen des Patienten hat oder in vielen Fällen den Patienten kennt.

Freiwilligkeit: Mündiger Patient entscheidet, welche Daten gespeichert werden

Der Patient in Salzburg nimmt freiwillig am Pilot-Projekt teil und entscheidet freiwillig, welche Medikamente in seiner Datenbank gespeichert und geprüft werden sollen. Das Prinzip der Freiwilligkeit ergibt automatisch, dass der Arzneimittel-Sicherheitsgurt keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, sondern es der Eigenverantwortung des Einzelnen überlässt, wie er diese Dienstleistung nutzen möchte. Dasselbe Prinzip bedingt jedoch auch, dass es sich bei den teilnehmenden Patienten um bewusste User handelt, die ein Eigeninteresse zur vollständigen Erfassung und Überprüfung ihrer Medikamente haben.

Löschen von Daten: auf Patientenwunsch jederzeit möglich

Basierend auf dem Prinzip der Freiwilligkeit hat der Patient jederzeit die Möglichkeit aus dem Projekt auszusteigen und auch wieder einzusteigen. Widerruft der Patient seine Zustimmung, wird der Patientenakt aus der zentralen Datenbank gelöscht. Wird beim nächsten Apothekenbesuch die e-card neuerlich gesteckt, warnt das System an, dass keine gültige Zustimmungserklärung vorliegt und daher eine elektronische "Neuanlage" mit neuerlicher Unterschrift notwendig ist.

Anderer Abholer: Mutter holt Aspirin für ihr Kind

Das Prinzip der Freiwilligkeit und Eigenverantwortung für die eigene e-card gilt auch für den Fall, dass ein anderer Abholer mit der e-card des Patienten in der Apotheke Medikamente abholt und diese speichern und prüfen lassen möchte. Eine Einsichtnahme in die Daten durch den Patienten oder Abholer zur Durchführung der Checks, bzw. Feststellung der Ergebnisse ist nicht notwendig.

Was kann / darf der Apotheker mit den Daten machen

Der Apotheker kann Medikamente in der Patientenakte erfassen, das Arzneimittelprofil des Patienten sehen, Ergebnisse der Sicherheits-Checks (Wechselwirkung, Doppelmedikation, Compliance) einsehen und durchgeführte Interventionen dokumentieren. Ein Export der Daten, sowie eine automatisierte Abfrage der Daten ist nicht möglich.

Apotheker unterliegt Verschwiegenheitspflicht

Die Apotheker unterliegen auf Basis der Berufssitte der Verschwiegenheitspflicht. Für das Pilotprojekt ist auf Basis des Apothekenkonzessionsgesetzes der Konzessionär, bzw. ein eingesetzter Leiter dafür verantwortlich, für geeignete innerbetriebliche Maßnahmen zu sorgen, die eine Verwendung der a-card und damit den Einsatz des "Apothekenschlüssels" nur befugten Personen ermöglicht.

Pharmazeutische Gehaltskasse: Ort für den Daten-Server

Die Pharmazeutische Gehaltskasse für Österreich stellt als öffentlich-rechtliche Körperschaft, die auch die Verrechnung der Rezepte abwickelt, eine vertrauenswürdige Institution mit höchsten Sicherheits- und ethischen Standards dar. Da es sich aus Sicht der teilnehmenden Apotheken bei den für die Patienten erfassten Daten um "Betriebsgeheimnisse" von Einzelunternehmen handelt, ist es eine vertrauensbildende Maßnahme, die Datenbank in einem Rechenzentrum zu betreiben, das sowohl der Öffentlichkeit und dem Gesetzgeber als auch dem eigenen Stand nahe steht.

Rückfragen & Kontakt:

Dir. Dr. Wolfgang Nowatschek
Pharmazeutische Gehaltskasse für Österreich
Tel.: 01/40414-245

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