• 21.03.2007, 09:33:27
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Volkshilfe: 60 Jahre gelebte Solidarität

Heute vor 60 Jahren wurde die Volkshilfe Österreich in Wien gegründet

Wien (OTS) - Der zweite Weltkrieg ist seit knapp zwei Jahren zu
Ende. Die Menschen in Österreich leiden unglaubliche Not, die
Sterblichkeit in Wien und in niederösterreichischen Industrieorten
erreichte das Vierfache der Friedenszeiten, die Kindersterblichkeit
stieg auf das Sechsfache. In diesen dramatischen Nachkriegsjahren
findet nach rund sechs Monaten dauernden Vorbereitungsarbeiten am 21.
März 1947 in Wien die Gründungsversammlung des Verbandes "Volkshilfe"
statt. Zur ersten Präsidentin wird Luise Renner, die Gattin des
damaligen Bundespräsidenten Karl Renner gewählt, geschäftsführender
Präsident wird Josef Afritsch. Zu den Gründungsmitgliedern zählen
weiters die Abgeordnete Ferdinanda Floßmann, der populäre Regisseur
und Schauspielstar Willi Forst, aber auch der Wiener Bürgermeister
Theodor Körner, Nationalratspräsident Johann Böhm, Polizeipräsident
Josef Holaubek, Bruno Kreisky und die Filmschauspielerin Marte
Harell. Leopold Millwisch wird zum Generalsekretär bestellt.

Der heutige Präsident der Volkshilfe Österreich, Univ.-Prof. Dr.
Josef Weidenholzer blickt zurück: "Die Not der damaligen Zeit kann
man heute nicht mehr ermessen. Daher danke ich unseren
Gründungsmitgliedern von damals, auch für ihren Weitblick, die
Volkshilfe ganz bewusst als überparteiliche Fürsorgeaktion zu
gründen, die für alle Menschen da ist. Die positive Entwicklung der
Volkshilfe zu einem der fünf großen Sozial- und Wohlfahrtsträger in
Österreich von heute hat ihnen recht gegeben."

Im Jahr 1947 werden in rascher Abfolge Landesorganisationen
gegründet. Der Landesverband Wien wird noch am gleichen Tag in Leben
gerufen, Salzburg, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark und
Kärnten folgen noch 1947. Mit der Gründung der Volkshilfe Vorarlberg
im Oktober 1954 gibt es in jedem Bundesland einen Volkshilfe
Landesverband.

Weidenholzer verweist am Gründungstag auch auf die
Vorgängerorganisationen:" Bereits in der ersten Republik wurde die
"Societas" gegründet, ein Zusammenschluss von Wiener
Fürsorgevereinen. Zum ersten Mal erfolgt im Jahr 1919 nach dem
Zusammenbruch der Monarchie eine Zusammenarbeit mit dem "Schweizer
Hilfskomitee für die hungernden Völker". Die Hilfsaktionen der
Schweizer, die auch nach 1945 mit der Schweizer Hilfe wieder
aufgenommen werden, retteten vielen hungernden Kindern in Österreich
das Leben.

Aus den Ausspeisungen und Hilfsaktionen für Kinder und Notleidende
nach den beiden Weltkriegen wuchs eine Organisation, die heute mit
den starken Landesorganisationen mehr als 5 500 MitarbeiterInnen
beschäftigt und in vielen Bereichen soziale Dienstleistungen
anbietet. Verbunden mit dem ehrenamtlichen Engagement zahlreicher
FunktionärInnen und Freiwilliger ergibt sich eine breite Palette der
Menschlichkeit im In- und Ausland. 60 Jahre gelebte Solidarität, die
heute so wichtig ist wie zur Zeit der Gründung.

Spendenkonto Volkshilfe Österreich
PSK 1.740.400
BLZ 60.000

Rückfragehinweis:
Erwin Berger, Leiter Kommunikation Volkshilfe Österreich
Tel.: 0676 83 402 215
mailto:berger@volkshilfe.at

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