Volkshilfe: 60 Jahre gelebte Solidarität

Heute vor 60 Jahren wurde die Volkshilfe Österreich in Wien gegründet

Wien (OTS) - Der zweite Weltkrieg ist seit knapp zwei Jahren zu Ende. Die Menschen in Österreich leiden unglaubliche Not, die Sterblichkeit in Wien und in niederösterreichischen Industrieorten erreichte das Vierfache der Friedenszeiten, die Kindersterblichkeit stieg auf das Sechsfache. In diesen dramatischen Nachkriegsjahren findet nach rund sechs Monaten dauernden Vorbereitungsarbeiten am 21. März 1947 in Wien die Gründungsversammlung des Verbandes "Volkshilfe" statt. Zur ersten Präsidentin wird Luise Renner, die Gattin des damaligen Bundespräsidenten Karl Renner gewählt, geschäftsführender Präsident wird Josef Afritsch. Zu den Gründungsmitgliedern zählen weiters die Abgeordnete Ferdinanda Floßmann, der populäre Regisseur und Schauspielstar Willi Forst, aber auch der Wiener Bürgermeister Theodor Körner, Nationalratspräsident Johann Böhm, Polizeipräsident Josef Holaubek, Bruno Kreisky und die Filmschauspielerin Marte Harell. Leopold Millwisch wird zum Generalsekretär bestellt.

Der heutige Präsident der Volkshilfe Österreich, Univ.-Prof. Dr. Josef Weidenholzer blickt zurück: "Die Not der damaligen Zeit kann man heute nicht mehr ermessen. Daher danke ich unseren Gründungsmitgliedern von damals, auch für ihren Weitblick, die Volkshilfe ganz bewusst als überparteiliche Fürsorgeaktion zu gründen, die für alle Menschen da ist. Die positive Entwicklung der Volkshilfe zu einem der fünf großen Sozial- und Wohlfahrtsträger in Österreich von heute hat ihnen recht gegeben."

Im Jahr 1947 werden in rascher Abfolge Landesorganisationen gegründet. Der Landesverband Wien wird noch am gleichen Tag in Leben gerufen, Salzburg, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark und Kärnten folgen noch 1947. Mit der Gründung der Volkshilfe Vorarlberg im Oktober 1954 gibt es in jedem Bundesland einen Volkshilfe Landesverband.

Weidenholzer verweist am Gründungstag auch auf die Vorgängerorganisationen:" Bereits in der ersten Republik wurde die "Societas" gegründet, ein Zusammenschluss von Wiener Fürsorgevereinen. Zum ersten Mal erfolgt im Jahr 1919 nach dem Zusammenbruch der Monarchie eine Zusammenarbeit mit dem "Schweizer Hilfskomitee für die hungernden Völker". Die Hilfsaktionen der Schweizer, die auch nach 1945 mit der Schweizer Hilfe wieder aufgenommen werden, retteten vielen hungernden Kindern in Österreich das Leben.

Aus den Ausspeisungen und Hilfsaktionen für Kinder und Notleidende nach den beiden Weltkriegen wuchs eine Organisation, die heute mit den starken Landesorganisationen mehr als 5 500 MitarbeiterInnen beschäftigt und in vielen Bereichen soziale Dienstleistungen anbietet. Verbunden mit dem ehrenamtlichen Engagement zahlreicher FunktionärInnen und Freiwilliger ergibt sich eine breite Palette der Menschlichkeit im In- und Ausland. 60 Jahre gelebte Solidarität, die heute so wichtig ist wie zur Zeit der Gründung.

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