Schmied: "Offensives Investieren in Bildung ist Mitteleinsatz für die Zukunft"

Für Wertschätzung und Sicherung von Kunst und Kultur

Wien (SK) - Dank des Kurswechsels in der Bildungspolitik werde nunmehr "offensiv in die Bildung investiert", was einen zentralen "Mitteleinsatz für die Zukunft" darstelle, betonte Unterrichts- und Kunstministerin Claudia Schmied Dienstagabend bei einer Diskussionsveranstaltung zum Thema "Bildungs- und Kulturpolitik -Chance für die Zukunft". Der "Neustart in der Schule" basiere grundsätzlich auf den drei Säulen: Kleinere Klassen, mehr Förderung von speziellen Talenten und Begabungen sowie verstärkte Motivation der LehrerInnen. Der Kunst und Kultur sowie den Kunstschaffenden müssten wieder jene "Wertschätzung gegeben werden, die sie auch verdienen", so Schmied, die unterstrich, dass sie "etablierte Kulturinstitutionen absichern" und im Bereich der zeitgenössischen Kunst und Kultur klare Schwerpunkte setzen wolle. ****

"Die letzten sieben Jahre waren verlorene Jahre im Bereich von Bildung, Kunst und Kultur", zeichnete Schmied ein düsteres Bild der abgelaufenen Ära Gehrer. "Stagnierende Budgets, Kürzungen der Unterrichtsstunden und Abbau von Lehrerstellen" - all das seien die negativen Auswirkungen der Gehrer-Zeit gewesen, so Schmied, die unterstrich: "In dieser Zeit hat es wenig Lust und Leidenschaft für Bildung und Kultur gegeben. Und es hat leider mehr Einschüchterungs-als Ermutigungsenergie gegeben". Doch die "neue Regierung baut auf, was die alte Regierung abgebaut hat", bekräftigte Schmied in der von Marcus Schober geleiteten gemeinsamen Diskussion mit Heinz Vettermann (Bildungssprecher der Wiener SPÖ) und Ernst Woller (Kultursprecher der Wiener SPÖ). In ihrem Verständnis sei Bildungspolitik auch Gesellschaftspolitik, wo es gelte, die Chancen zu mehren. Und Bildungspolitik sei auch Wirtschaftspolitik, wo es Ziel sein müsse, zu mehr und besseren Arbeitsplätzen durch geeignete Qualifizierung zu kommen, ergänzte die Unterrichtsministerin.

Im Bildungsbereich müsse man sich gemeinsam bemühen, individuelle Begabungen und Talente zu entdecken und zu fördern. Zudem seien Schwächere "besonders sorgsam zu fördern", machte Schmied klar. Zur verstärkten Motivation der Lehrer und LehrerInnen sollten die Pädagogischen Hochschulen "deutliche Schwerpunkte bei der Sozialkompetenz und bei didaktischen Maßnahmen setzen" - auch mit dem Ziel, dass "Frontalunterricht eher die Ausnahme denn die Regel wird". Gefordert sei hier jedenfalls auch der einzelne Pädagoge im Rahmen seiner Eigenverantwortung, fügte Schmied hinzu.

Zentrale Bildungsprojekte - Projekt 25 und Tagesbetreuung

Im Rahmen der Diskussionsveranstaltung erläuterte Schmied auch ihre "wichtigsten Projekte im Bildungsbereich". Das "Projekt 25" -also die Senkung der Klassenschüler-Höchstzahlen auf den Richtwert 25 und verstärkte Bemühungen bei der Sprachförderung im Vorschuljahr.

Vor dem Hintergrund von Wählen mit 16 gelte es, "die politische Bildung und das Demokratieverständnis an den Schulen und Universitäten zu stärken", so Schmied, die sich weiters für eine begleitende Imagekampagne aussprach. Ganz zentral sei es aber auch, "große Kulturinstitutionen unter dem Motto 'Kunst macht Schule' aktiv in die Kunst- und Kulturvermittlung einzubringen".

"Gesellschaft ohne Kunst und Kultur wäre barbarische Gesellschaft"

Zum Stellenwert von Kunst und Kultur fand Schmied klare Worte:
"Kunst und Kultur darf kein Randthema sein, sondern muss aktiv mitgedacht werden. Denn eine Gesellschaft ohne Kunst und Kultur wäre wohl eine Gesellschaft der Barbarei". Umso bedauerlicher sei es da, dass hier Manches im Argen liege. So müsse etwa die Künstlersozialversicherung, die ohnedies ein "Etikettenschwindel" sei, "dringend repariert werden". Denn es sei ein "wahrer Skandal", wenn "KünstlerInnen gerade in Phasen höchster Not auch noch ihre Förderung zurückzahlen müssen". Sie wolle eine finanzielle Absicherung der Kulturinstitutionen, was aber auch vor die Aufgabe stelle, "neue Finanzierungsquellen zu erschließen", erläuterte Schmied, die hier eine "Content-Abgabe" andachte. Zudem könne sie sich vorstellen, dass auch Stiftungen einen bestimmten Ertragsteil der Wissenschaft und Kultur widmen, ergänzte die Kunstministerin. Zudem dürfe man in Sachen Kulturvermittlung auch den "ORF nicht aus den Augen verlieren" - so solle der österreichische Rundfunk etwa die zeitgenössische Kunst stärker einbinden, forderte Schmied. Um ihre Politik auf eine gesicherte Basis zu stellen, werde sie eine Grundlagenabteilung im Bereich von Bildung, Kunst und Kultur einrichten, kündigte Schmied abschließend an.

Service: Weitere Termine, an denen die Wiener SPÖ-Bildung die neuen SPÖ-Zukunftsministerien präsentiert, sind jeweils um 19 Uhr: 19. April 2007: Infrastrukturminister Werner Faymann; 21. Mai 2007:
Sozialminister Erwin Buchinger und am 11. Juni: Frauenministerin Doris Bures. (Schluss) mb

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