ÖVP, Grüne und FPÖ stimmten gegen Herzkatheterplätze in Steyr und Vöcklabruck

Landesrätin Stöger kämpft weiter für bessere Versorgung von Herzinfarktpatienten

Linz (OTS) - "Das ist ein Affront gegen die Bevölkerung in den Regionen außerhalb des oberösterreichischen Zentralraum", ist Gesundheits- und Spitals-Landesrätin Dr.in Silvia Stöger empört, dass ihr Vorschlag zur Verbesserung der flächendeckenden Versorgung von Herzinfarktpatienten gestern in der Sitzung der OÖ. Gesundheitsplattform von ÖVP, Grünen und FPÖ niedergestimmt wurde.

Im Auftrag der Landesrätin befasste sich ein Experten-Arbeitskreis mit der Angiografieversorgung (Herzkatheter) in Oberösterreich. "Aus dem Bericht der COR-Arbeitsgruppe geht hervor, dass es eine aktuell bestehende regional ungleiche Verteilung der koronarangiographischen Leistungen gibt. Laut Bericht dürften für diese regionalen Unterschiede Faktoren wie zum Beispiel unterschiedliches Zuweisungsverhalten der niedergelassenen Ärzte, nicht erfolgter Transfer vom peripheren Krankenhaus zu einem COR-Standort und schlechter Aufklärungszustand der Patienten bezüglich Erkennen von Symptomen ausschlaggebend sein. Das ist als regionale Unterversorgung außerhalb des Zentralraums Linz-Wels zu interpretieren", betont Stöger. Das bestätigen auch die Zahlen im Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG) 2006: Im Zentralraum kommen auf 100.000 Einwohner 878 Herzkatheter-Eingriffe, in der Region Steyr-Kirchdorf hingegen nur 470 und im Salzkammergut gar nur 446.

Landesrätin Stöger stellte daher in der gestrigen Sitzung der OÖ. Gesundheitsplattform den (wörtlichen) Beschlussantrag, die koronarangiographische Versorgung in Oberösterreich durch zwei Maßnahmen landesweit zu verbessern:
"1. Optimierung der Ablaufprozesse und eine verstärkte Vernetzung aller Beteiligten mit anschließender Evaluierung der Ergebnisse, um die erwähnten Faktoren für den geringeren Versorgungsgrad in den Regionen auf das Niveau des Zentralraumes anzuheben
2. Sofortige Verbesserung der flächendeckenden Versorgung mit koronarangiographischen Leistungen durch die Schaffung weiterer Herzkatheterplätze beginnend mit den Standorten der Schwerpunktkrankenhäuser LKH Steyr und LKH Vöcklabruck."

Dieser Antrag wurde mit 2 Stimmen der SPÖ-Mitglieder gegen die Stimmen der Vertreter der ÖVP (3) sowie der Grünen (1) und der FPÖ (1) niedergestimmt. Stöger legte daraufhin das ihr zustehende aufschiebende Veto ein. Das bedeutet, dass über diese Angelegenheit noch einmal beraten und abgestimmt werden muss. Stöger: "Ich werde weiter um dieses Verbesserungskonzept kämpfen und die Sache schon in der nächsten Plattformsitzung wieder zur Abstimmung bringen. Denn eines ist für mich absolut vorrangig: Die Qualität und Sicherheit der Rund-um-die-Uhr-Versorgung von Herzinfarktpatienten im ganzen Bundesland muss im Vordergrund stehen. Klar ist für mich auch, dass das ohne zusätzliche Kosten nicht gehen wird. Ich hoffe, dass das die anderen Parteien bis zur nächsten Sitzung auch so sehen", erklärt Stöger. Ihren Optimismus begründet die Landesrätin damit, dass sich bisher zahlreiche hochrangige Landespolitiker aller Parteien (z.B. Landtagspräsidentin Angela Orthner von der ÖVP) massiv für den Ausbau der regionalen Herzkatheter-Versorgung ausgesprochen haben.

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