Neues Volksblatt: "Kinderschutz" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 20. März 2007

Linz (OTS) - Der sexuelle Missbrauch von Kindern zählt sicherlich zu den hässlichsten Fratzen, die eine Gesellschaft zeigen kann. Entsprechend hoch liegt die Latte, die in dieser Frage an die Sanktionsmechanismen eines Staates anzulegen ist. Denn letztlich liegt auch im Strafrecht ein Signal dafür, wie ernst es ein Staat mit dem Schutz von Kindern generell nimmt - und erst recht in der Frage des Schutzes vor Kinderschändern. Hilfsangebote und Therapie für die Täter sind da zweifellos auch notwendig, aber eben nur die halbe Wahrheit.
De facto liefert Österreichs Rechtssystem im Zusammenhang mit sexueller Gewalt gegen Kinder einige Irritationen. Urteile, die in ihrem Strafausmaß im Vergleich etwa zu Diebstahlsdelikten oft läppisch anmuten, zählen hier ebenso dazu wie ein Strafrecht, das für die Herstellung kinderpornografischer Produkte zu privaten Zwecken keine Haftstrafen-Mindestlänge normiert.
Was sicher nicht geht ist, einfach die Augen vor auch in Österreich stattfindendem sexuellen Missbrauch von Kindern zu verschließen. Bei der Kriminalpolizei geht man von rund 10.000 Fällen im Jahr aus. Angezeigt wird demnach nicht einmal jeder zehnte.

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