"KURIER"-Kommentar von Simon Kravagna: "Meistertaktiker"

Die heimische Politik macht es dem Eurofighter-Konzern viel zu leicht.

Wien (OTS) - Zuerst der Blick ins Archiv . "Mit Alfred
Gusenbauer als Kanzler wird es keine Eurofighter geben", versprach Norbert Darabos vor der Nationalratswahl.
Und jetzt zur Gegenwart: Diese Woche trifft der SPÖ-Verteidigungsminister den Eurofighter-Chef Aloysius Rauen. Natürlich längst nicht mehr, um die Flieger abzubestellen. Was Darabos unter anderem anpeilt, ist ein 10-Prozent-Rabatt bei den Betriebskosten. "Das wäre ein Erfolg, den ich verkaufen könnte." Einsparung: Rund fünf Millionen pro Jahr über die nächsten 30 Jahre. Dazu zwei Fragen: Erstens: Wer soll dieser Partei vor der nächsten Wahl noch etwas glauben?
Und zweitens: Wer soll das Land vor unseren Meistertaktikern schützen? Erst verhandeln Minister der schwarz-blauen Regierung einen für Österreich offenbar sehr nachteiligen Vertrag mit dem Eurofighter-Konzern. Und jetzt nennt der SPÖ-Verteidigungsminister in seiner offenbar aussichtslosen Lage schon vor der Verhandlung ein Micky-Mouse-Einsparungspotenzial als Erfolg.
Der deutsche Top-Manager Rauen hat schon im Untersuchungsausschuss bewiesen, dass nur wenige Abgeordnete ihn fordern können. Leider spielt die zuständige Ministerriege international bei Verhandlungen offenbar auch nur auf heimischen Bundesliga-Niveau.

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