FPÖ Wien präsentiert "Freiheitliches Drogenkonzept"

Zwangstherapie - wie nach skandinavischem Model - unumgänglich

Wien, 19.03.2007 (fpd) - Die heute praktizierte "Überlebenshilfe" mit Ideen zu Drogenräumen, flächendeckender niederschwelliger Methadonabgabe und vom Sozialamt finanzierten Wohnungen bedeutet aus freiheitlicher Sicht eine Suchtverlagerung und trägt ganz sicher nicht zur Besserung des akuten Drogenproblems bei. Angesichts der dramatischen Zunahme von Drogentoten zwischen den Jahren 2000 und 2005 um 40,1% müsse die derzeit praktizierte Drogenpolitik völlig in Frage gestellt werden, so heute die freiheitliche Gesundheitssprecherin, NAbg. Dr. Belakowitsch-Jenewein, gemeinsam mit LAbg. Mag. Gerald Ebinger und LAbg. David Lasar, im Zuge einer Pressekonferenz der Wiener FPÖ.

Die Drogenkriminalität steigt - wie aus aktuellen Statistiken hervorgeht - immer mehr an. In Wien ist die offene Szene nicht mehr nur auf den Karlsplatz beschränkt, sondern quer über die Stadt verteilt. Eine Drogenpolitik, wie sie in Wien von sozialistischer Seite gehandhabt wird, ist daher als gescheitert an zu betrachten. Drogenkonsumräume, wie von der ÖVP vorgeschlagen, würden das Problem mit Sicherheit nur verschärfen und nicht wie oft angemerkt verringern, kritisiert Ebinger.

Zum Schutz der Jugend und der gesamten Gesellschaft vor dem todbringenden Gift müssen deshalb alle Maßnahmen einer verantwortungsvollen Politik auf Rauschgiftabstinenz ausgerichtet sein. Je früher ein Drogensüchtiger für Entzug und Therapie -notfalls auch gegen seinen Willen - in ein Entzugsprogramm kommt, desto größer ist seine Chance zu einem drogenfreien Leben zurückzufinden. Die Therapie soll stationär durchgeführt werden und auch Arbeiten in Land- bzw. Forstwirtschaft bzw. Sozialarbeiten beinhalten. Dies sei deswegen von Bedeutung, da durch den Entzug oftmals ein großes Aggressionspotential frei werde und dies gilt es optimal zu kanalisieren, so Lasar.

Änderungen im Bereich des so genannten Eigenbedarfs notwendig.

Das Ziel des freiheitlichen Drogenkonzepts zielt darauf ab, die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Österreich zu schaffen, um eine möglichst drogenfreie Gesellschaft zu erreichen. Die skandinavischen Staaten Schweden und Finnland sollten dabei als Vorbild gelten, da diese in den vergangenen Jahrzehnten sämtliche politische Entwicklungen durchgemacht und von völliger Liberalisierung bis hin zur Restriktion alle Denkmuster auch praktisch angewandt haben. Beispielsweise wird nach den geltenden schwedischen Drogengesetzen nicht zwischen dem Besitz für den Eigenbedarf oder zu anderen Zwecken unterschieden, es erfolgt lediglich eine Bewertung der Verwerflichkeit der Straftat nach "gering", "normal" oder "schwerwiegend". Dies wäre auch für Österreich ein begrüßenswerter Ansatz, so Dr. Belakowitsch-Jenewein.

Suchtkranke, die mit illegalen Drogen aufgegriffen werden, sollen auch in Österreich nicht einfach ohne Konsequenzen "davon kommen", sondern vielmehr ist es genau jene Gruppe, die sofort und unverzüglich einem Entzug zuzuführen ist - gegebenenfalls auch gegen deren Willen. Für Drogendealer ohne eigene Abhängigkeit müssen die Strafen jedoch noch weiter empfindlich verschärft werden, so Dr. Belakowitsch-Jenewein.

Zwt: Rund 1,7 Mio Euro für den Ausbau der Therapieeinrichtungen notwendig

In den kommenden zwei Jahren werden für den Ausbau der Therapieeinrichtungen in einem ersten Schritt rund 1,7 Mio Euro investiert werden. Neben der verpflichtenden Psychotherapie, ist der Umgang mit dem eigenen Körper und auch die Selbstverantwortung von entscheidender Bedeutung. Hilfe am Arbeitsmarkt und betreutes Wohnen müssen ebenfalls über einen angemessenen Zeitraum hin geboten werden. Weiters Wiedereingliederungsprogramme für den Arbeitsmarkt entwickelt werden.

Parallel dazu müssen bei den Betreuten wöchentlich Drogentests durchgeführt werden, um eventuelle Rückfälle sofort erkennen und dementsprechende Gegenmaßnahmen setzen zu können. Wichtig ist den Süchtigen das Gefühl zu vermitteln, dass Sie ein Teil dieser Gesellschaft sind, dass dafür aber auch Arbeit an sich selbst notwendig ist und damit das Unrechtsbewusstsein geschärft wird, so Dr. Belakowitsch-Jenewein, Ebinger und Lasar abschließend. (Schluss)paw

Rückfragen & Kontakt:

Klub der Freiheitlichen
Pressestelle
Tel.: (01) 4000 / 81 798

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NFW0002