Hochleitner: Breitspursystem in Twin City-Raum verlängern - Logistik-Hub in der Region

Metropolen enorme Wachstumsmotoren - Dynamik zwischen Wien und Bratislava durch Hochgeschwindigkeitsverbindung weiter steigern

Wien (OTS) - Für die Verlängerung des Breitspursystems für den Güterverkehr in den Raum Wien - Bratislava in Verbindung mit einem breit angelegten Logistik-Hub spricht sich die Arbeitsgemeinschaft der Industriellenvereinigung (IV) Wien und Niederösterreich aus. "Damit soll die Twin City-Region zwischen Wien und Bratislava - somit vor allem auch NÖ - zum 'Gateway’ für den boomenden Handel mit Asien werden", sagte der Präsident der IV Wien DI Dr. h.c. Albert Hochleitner heute, Montag, bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der KÜHNE & NAGEL Speditons AG Prof. Friedrich Macher sowie Dr. Thomas Oliva, Geschäftsführer der IV Wien und Vorsitzender der Geschäftsführung IV Arbeitsgemeinschaft Wien & NÖ in Wien. Die IV-Arbeitsgemeinschaft Wien und Niederösterreich hat zu diesem Thema eine aktuelle IPE-Studie erarbeiten lassen, die auch anhand europäischer Beispiele die gewaltigen Möglichkeiten aufzeigt. Ein weiteres vorrangiges Projekt für die Twin City-Region ist die Errichtung einer Hochgeschwindigkeitsverbindung für den raschen Punkt-zu-Punkt-Personenverkehr unter Einbindung der beiden Städte und des Flughafens Wien.

Die Twin City-Region müsse sich jetzt positionieren, "um in das für die nächsten Jahrzehnte absehbare gewaltige Potenzial und die Veränderung der asiatischen Staaten zu verstärken und zu nutzen. Die Region bietet sich wie keine andere in Europa dafür an, Logistik als Angelpunkt für Wertschöpfung und die industrielle Entwicklung einer ganzen Region zu nutzen", betonte Hochleitner. So liege die Twin City Wien - Bratislava mit insgesamt sechs Millionen Menschen als Herzstück der Europaregion Mitte mit nur rund 57 km Entfernung voneinander so eng zusammen und zentral wie keine anderen Hauptstädte in Europa. Wien und Bratislava liegen an europäischen Verkehrsknoten und sind durch die Donau direkt miteinander verbunden. Das flache Land zwischen den Städten eignet sich hervorragend für Wohn- und Betriebsgebiete sowie Industrie- und Logistik-Anlagen. "An der Wertschöpfungskette aus der Boomregion Asien und den GUS-Staaten sollte der Twin City-Raum daher durch die Errichtung eines Logistik-Hubs im Marchfeld oder bei Bruck an der Leitha nachhaltig erfolgreich teilhaben", sagte der IV-Wien-Präsident.

Breitspurbahn wird als Verkehrsmittel immer wichtiger

Prof. Friedrich Macher, Vorstandsvorsitzender der KÜHNE & NAGEL Speditions AG, skizzierte, dass die Kapazitäten der großen europäischen Häfen sowie jene des Flugverkehrs in Europa an ihre Grenzen stoßen würden. Gleichzeitig würden die Zahlungsbilanz Russlands sowie der Rohölpreis in den kommenden Jahren weiter rasant ansteigen. "Die Breitspurbahn durch Russland in den Fernen Osten wird daher als Verkehrsmittel immer wichtiger", so Macher. Das Hauptproblem für die Transportwirtschaft stelle aber dabei die von Mitteleuropa abweichende, größere russische Spurbreite dar, die ein zeitaufwändiges Umladen bzw. Umspuren an den derzeitigen Systemgrenzen notwendig macht. Als Gesamtpotenzial für ein Terminal im Raum Wien-Bratislava kämen 8 Millionen Tonnen pro Jahr in Frage. "Dieses Potenzial sollten wir in den Twin City-Raum holen. Mit der Verlängerung des Breitspurnetzes in den Twin City-Raum könnten wir neben einem nutzbaren Schienenanschluss bis nach Wladiwostok vor allem eine Verringerung der Transportzeit von 10 Tagen gegenüber dem Seeweg gewinnen", betonte Macher weiter. Das Investitionsvolumen für die Verlängerung der Breitspurbahn in den Twin City Raum liege bei rund 800 Millionen Euro.

Beste Voraussetzungen für Logistik-Hub im Twin City-Raum

Ein Logistik-Hub in Verbindung mit der Verlängerung des Breitspursystems hätte hier somit die besten Voraussetzungen und wäre somit ein starker Impuls für die Industrie und damit für mehr Beschäftigung in der Region - vor allem wenn man bedenkt, dass gemäß Volkszählung 2001 mehr als 165.000 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher sowie über 23.000 Burgenländerinnen und Burgenländer derzeit nach Wien pendeln.

Metropolen enorme Wachstumsmotoren - Hochgeschwindigkeitsverbindung steigert Dynamik weiter

Zur Frage einer Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Wien und Bratislava sagte Dr. Thomas Oliva, "Metropolen und vor allem Städtepaare sind enorme Wachstumsmotoren - vor allem wenn sie gut miteinander verbunden sind. Keine andere europäische Region weist dabei aber die Vorteile der Twin City-Region auf." Daher sei die Errichtung einer Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen den beiden Städten unter Einbindung des Flughafens Wien eines der vorrangigen Projekte im Twin City-Raum. "Entfernung ist dabei heute nicht mehr eine Frage der Geografie. Entfernung ist eine Frage der Technologie", betonte Oliva.

Gemeinsam würden sich die beiden Städte Wien und Bratislava als "Städtepaar" einen besseren Ausgangsplatz im internationalen Wettbewerb der Metropolen sichern. "Grundvoraussetzung für die Erfolge solcher Städtepaare ist aber eine funktionierende Verkehrsverbindung." Dass sich eine Investitionen in die Infrastruktur bezahlt mache, sei an der Öresund-Brücke, die Dänemark und Schweden verbindet, zu sehen. Die Ausgangslage für das Zusammenwachsen der Twin City Wien-Bratislava ist deutlich günstiger.

Bei einheitlichen gesetzlichen Verfahrensbestimmungen wäre das Projekt Hochgeschwindigkeitsverbindung in insgesamt 5 Jahren umsetzbar. Bratislava wäre von Wien aus über den Flughafen Schwechat in 19 min erreichbar. Die Dynamik zwischen den Städten würde enorm ansteigen und der Hochgeschwindigkeitszug unter Nutzung von Synergieeffekten mit der oben angesprochenen Automobilindustrie in der Region könnte als Best Practice und als Exportchance in andere Städtepaare einen weiteren Mehrwert generieren.

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