ÖGB: ASVG muss Grundlage der Alterssicherung bleiben

Leitender Sekretär Dr. Leutner: Pensionsvorsorge kann nur Ergänzung und niemals Ersatz zur staatlichen Pensionsvorsorge sein

Wien (ÖGB) - "Da von einer funktionierenden Altersicherung alle Bevölkerungsteile abhängig sind, muss die Alterssicherung und Weiterentwicklung des ASVG erstes Grundanliegen der Sozialpolitik sein", stellt Dr. Richard Leutner, Leitender Sekretär im ÖGB, zu den Wünschen von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer nach einer Firmenpension fest. Voraussetzung für eine funktionierende Alterssicherung, so Leutner weiter, sei daher die Beschäftigungspolitik und eine gerechte Finanzierung vor allem auch bei den Pensionen der Selbstständigen.++++

Die von Bundeskanzler Gusenbauer getätigten Aussagen seien daher so zu verstehen, dass eine betriebliche Vorsorge nur eine Ergänzung, aber niemals Ersatz für die staatliche Pensionsvorsorge sein könne. Leutner: "Während unsere staatliche Pensionsvorsorge durch die Wirtschaftskraft Österreichs insgesamt abgesichert ist, hängt die betriebliche Vorsorge immer vom wirtschaftlichen Erfolge eines Unternehmens ab, was insgesamt weniger Sicherheit für die Menschen bedeutet."

Bessere Anrechnung von Kindererziehungszeiten

Der durch die 40-jährige Durchrechnung zukünftig zu erwartende Pensionsnachteil für Frauen, muss durch eine höhere Berechnung der Kindererziehungszeiten ausgeglichen werden. In Betriebspensionssystemen sind gerade Frauen kaum einbezogen.

"Der Übergang zu einem Drei-Säulen-System, indem die Absicherung des Lebensstandards im Alter durch das ASVG aufgegeben wird, ist nicht die Vision der Sozialpolitik für ArbeiterInnen und Angestellte und daher auch kein Hauptpunkt für eine künftige Kollektivvertragspolitik", macht Leutner klar. "Die Alterssicherungssysteme anderer Länder wie etwa das in der Schweiz, haben sich bei den Betriebspensionen jahrzentelang anders entwickelt und können daher nur sehr bedingt mit Österreich verglichen werden", so Leutner abschließend. (ew)

ÖGB, 19. März 2007 Nr.194

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