AK zum Klimaschutz: Umweltinvestionen in Österreich um die Hälfte billiger als Zukauf von Emissionsrechten

Vor Beschluss der Klimastrategie im Ministerrat: AK verlangt Klimaschutz-Investitionen im eigenen Land

Wien (OTS) - Ernsthafte Klimaschutz-Investitionen in Österreich, nicht den Zukauf von Emissionsrechten im Ausland: Das fordert die Arbeiterkammer für die neue österreichische Klimastrategie, die vom Ministerrat am Mittwoch beschlossen werden soll. "Bei Förderung von Klimaschutz-Investitionen in Österreich kostet die CO2-Reduktion je Tonne nur halb so viel wie beim Zukauf von Emmissionsrechten", sagt AK Klimaschutzexperte Christoph Streissler zu entsprechenden Plänen von Umweltminister Pröll, "es ist also der falsche Weg, sich über Emissionrechte vom Klimaschutz im eigenen Land freizukaufen." Vor allem aber schaffen und sichern Klimaschutzinvestionen direkt in Österreich Arbeitsplätze, verstärken das Wirtschaftswachstum, sichern die Energieversorgung und und tragen zu einer besseren Umweltqualität bei. Die AK fordert deshalb Klimaschutzmaßnahmen wie Wärmedämmung, Ausbau der Fernwärme und Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene.

Beim Kauf von Emissionsrechten im Ausland leistet Österreich entweder einen Zuschuss zu einem Klimaschutzprojekt in einem anderen Industriestaat oder finanziert Projekte in Entwicklungsländern mit. Im Gegenzug bekommt dann Österreich einen Teil der Reduktionseinheiten gutgeschrieben und erreicht damit einen Teil der vereinbarten Senkung des CO2-Ausstoßes für das eigene Land. "Damit kann Österreich zwar rechnerisch das Versäumnis aufholen, dass es durch Untätigkeit beim Ausstoß von Treibhausgasen 18 Prozent über dem Niveau von 1990 liegt - statt entsprechend dem Kyoto-Ziel um 13 Prozent darunter", sagt Streissler, "aber es ist der falsche Weg, im Ausland Emissionsrechte zuzukaufen."

Denn erstens leistet der Zukauf von Emissionsrechten nur einen verschwindenden Beitrag zur österreichischen Wertschöpfung, kritisiert Streissler, und obendrein kostet die Reduktion um eine Tonne CO2 über Emissionsrechte aus Projekten mit 8 bis 10 Euro das Doppelte der Reduktion von CO2 durch Umweltförderung, die mit 5 Euro je Tonne zu Buche schlägt. "Und die 8 bis 10 Euro je Tonne gehen beim Kauf von Emissionsrechten für die österreichische Volkswirtschaft verloren", so Streissler. Zweitens ist fraglich, ob es durch die finanzierten Projekte tatsächlich zu einer Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen kommt. Behauptet wird beispielsweise, dass die Errichtung eines Windparks in China zu einer Verringerung der Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken führt. Tatsächlich laufen die Kohlekraftwerke munter weiter, nur der Strompreis sinkt.

Stattdessen fordert die Arbeiterkammer, dass Klimaschutzmaßnahmen in Österreich umgesetzt werden - Wärmedämmung, Fernwärme, Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene, kurz: die maximale Verbesserung der Energieeffizienz. Eine lange Serie von Studien des Wirtschaftsforschungsinstituts zeigt durchwegs, dass die Umsetzung der Klimaschutz-Maßnahmen in Österreich Arbeitsplätze bringt, die Außenhandelsbilanz verbessert und das Bruttoinlandsprodukt hebt. Überdies werden Maßnahmen, die jetzt in Österreich umgesetzt werden, über die Kyoto-Periode hinaus ihre Wirksamkeit entfalten, während der Zukauf von Emissionsrechten nur einmal zählt und dann verloren ist.

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