Die Welt schaut schweigend zu - Vier Jahre Krieg im Irak

World Vision organisiert Hilfe für Kinder und Familien im Flüchtlingsdrama an der Grenze zu Jordanien

Wien (OTS) - Vor genau vier Jahren, am 20. März 2003, schlugen die ersten Raketen in Bagdad ein: Der Irak-Krieg hatte begonnen. Heute, vier Jahre später, zieht ein nicht enden wollender Flüchtlingsstrom nach Jordanien und Syrien. Vor allem die Angehörigen von Minderheiten sind zwischen die Fronten des schwelenden Bürgerkriegs geraten. Christen und je nach Gegend Kurden, Sunniten oder Schiiten fliehen über die Grenze, fast immer nach Jordanien oder Syrien. Jeder achte Iraker ist derzeit auf der Flucht. Fast ein Viertel der Fliehenden sind Christen, weit mehr, als der Anteil der Christen an der irakischen Bevölkerung ausmacht. Denn Christen stehen zwischen allen islamischen Gruppierungen. Die Flüchtlinge erhalten derzeit keinen UN-Flüchtlingsstatus. So reisen sie mit einem einwöchigen Touristenvisum nach Jordanien ein. Anschließend bleibt ihnen nur die Illegalität, ohne Zugang zu medizinische Versorgung, Ernährung, Bildung und Arbeit.

Immer aber sind es die Kinder, egal welchen Glaubens, die als das schwächste Glied betroffen sind. So wie der junge Christ Emmanuel, der seine Erlebnisse aufgezeichnet hat. Das Bild zeigt einen maskierten Mann, der einen Unschuldigen erschießt. Emmanuel ist mit dem Leben davongekommen. In Jordanien hat er Zuflucht in einer Kirche gefunden. World Vision unterstützt gemeinsam mit lokalen Partnern seine Familie mit Nahrungsmittel. Die medizinische Grundversorgung wird gesichert und ein provisorischer Schulunterricht eingerichtet. Ein Stück Normalität vermittelt ihnen nach den schrecklichen Erlebnissen Sicherheit.

Die Welt verschließt vor dieser humanitären Katastrophe die Augen. Monatlich kommen laut Schätzung des UN-Flüchtlingshochkommissariats 50.000 Menschen dazu. Ende 2007 werden rund 2,5 Millionen Flüchtlinge, zumeist Kinder und Frauen, auf der Flucht vor dem Terror im Irak sein. Die Kinder sind oft schwer traumatisiert und brauchen eine möglichst normale Umgebung zur Stabilisierung. Eine Rückkehr in den zerrissenen Irak ist für sie meist das Todesurteil. Inzwischen sind bereits rund ein Zehntel der jordanischen Bevölkerung Flüchtlinge aus dem Irak. Jordanien weiß nicht mehr, wie alle Flüchtlinge untergebracht und versorgt werden sollen. Die Destabilisierung Jordaniens und der ganzen Region ist denkbar geworden, wenn nicht unverzüglich Hilfe zur Verfügung gestellt wird. Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Antonio Guterres, ruft die Geberländer im April zu einer Irakkonferenz nach Genf. Die österreichische Regierung darf jetzt nicht wegschauen. Solange das Problem weltweit ignoriert wird, kommt die notwendigste Hilfe in erster Linie von Hilfsorganisationen wie World Vision. Soforthilfe ist jetzt lebensrettend.

INFO: Von 19. bis 25. März ist der World Vision Relief Coordinator Hendrik Harbers in Jordanien. Er steht in dieser Zeit auch für Live-Interviews in deutscher Sprache zur Verfügung. Bei Interesse kontaktieren Sie bitte Pressesprecher Elmar Kuhn, World Vision Österreich.

Rückfragen & Kontakt:

Elmar Kuhn, World Vision Österreich
Tel.: 0664/833 84 89, elmar.kuhn@worldvision.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WVI0001