"KURIER"-Kommentar von Reinhard Göweil: "Genosse Aktionär"

Die Mitarbeiterbeteiligung ist ein guter Weg, Gewinne gerecht zu verteilen.

Wien (OTS) - Überspitzt formuliert könnte man sagen, dass eine Firma, deren größter Anteilseigner die Mitarbeiter sind, eine liberale Antwort auf die kommunistische Idee wäre. Realistischer betrachtet ist es eine gute Idee, die Ungleichgewichte in der Verteilung des Wohlstandes zu korrigieren. Wenn Unternehmensgewinne um bis zu 60 Prozent steigen und Manager um 15 Prozent mehr verdienen, aber Lohnsteigerungen von drei Prozent schon als zu hoch bezeichnet werden, dann hört sich bei vielen das Verständnis auf. Und wenn diese Firmen auch noch Mitarbeiter abbauen, dann wird die Marktwirtschaft nicht als Chance, sondern als Bedrohung erlebt.
Die Unternehmen wären daher gut beraten, die bestehenden Modelle der Mitarbeiterbeteiligung auszuprobieren. Vor allem die mittelständischen Betriebe haben hier einen gewaltigen Aufholprozess zu leisten. Sie würden auch selbst etwas Gutes tun. Mitarbeiter, die in den Entwicklungsprozess eines Unternehmens eng eingebunden sind, sind nicht nur motivierter, sondern haben auch Ideen, die denen von Unternehmensberatern oftmals weit überlegen sind.
Ob für diese Mitarbeitermodelle gleich steuerliche Förderungen notwendig sind, sei dahingestellt, aber rechtliche Hürden kann man abschaffen. Heuer noch.

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