Plassnik: "Frauen und Jugend einbeziehen in den Dialog der Religionen und Kulturen"

Außenministerin trifft ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. von Konstantinopel

Wien (OTS) - "Österreich bemüht sich traditionell intensiv um einen nachhaltigen Dialog der Religionen und Kulturen. Wir müssen vom Nebeneinander zum Miteinander kommen", sagte Außenministerin Ursula Plassnik nach ihrem Gespräch mit dem ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. von Konstantinopel und verwies auf die Teilnahme und den Beitrag von Bartholomaios I. bei der vom Außenministerium im November 2005 organisierten Konferenz "Islam in einer pluralistischen Welt".

"Bartholomaios I. ist ein wesentlicher Förderer und aktiver Mitgestalter des Dialoges zwischen den unterschiedlichen Religionen Europas. Seine Ehrung mit dem Kardinal König Preis 2007 hat besondere Symbolkraft", sagte die Außenministerin und gratulierte Patriarch Bartholomaios aufs Herzlichste. "Am heutigen dritten Todestag erinnern wir uns ganz besonders an das wegweisenden Lebenswerk von Kardinal König für den innerchristlichen Dialog: Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden - der Arbeit von Bartholomaios I. liegen eben diese Ziele zugrunde", so die Außenministerin.

"Das konstruktive und aufgeschlossene Klima zwischen den Religionsgemeinschaften in unserem Land macht Österreich zu einem idealen Ort der Begegnung", sagte Plassnik. Die Außenministerin verwies in diesem Zusammenhang auf die bevorstehenden Konferenzen "Muslim Youths and Women in the West", die sie am 15. Mai in Salzburg, und "Islam in Europa", die sie am 23. März an der Diplomatischen Akademie eröffnen wird. Plassnik unterstrich, dass Muslime in Europa in vielfacher Weise vorleben, dass der Islam und europäische Werte einander nicht ausschließen. Der europäische Islam könne somit ein Wegweiser sein für das friedliche Miteinander der Religionen und Kulturen.

Der Annäherungsprozess der Türkei an die EU war ebenso Teil der Gespräche. Plassnik betonte, dass sich Österreich für ein behutsames Heranführen der Türkei und ihrer Bevölkerung an europäische Werte und Standards einsetze.

"Es ist im Interesse der Menschen in der Türkei, dass die türkische Regierung dem Reformprozess verpflichtet bleibt und ihn konsequent betreibt. Wir wollen eine Türkei, die den europäischen Werten verpflichtet ist und die Menschenrechte achtet. Derzeit sind bei der Erfüllung der politischen Kriterien noch große Defizite unübersehbar. Dazu gehört insbesondere auch die Situation der religiösen Minderheiten. Dabei kommt gerade der Türkei als islamisches Land, das in die europäische Wertegemeinschaft hineinwächst, eine besondere Verantwortung im Dialog der Religionen und Kulturen zu", unterstrich Plassnik. Die Außenministerin versicherte dem Ökumenischen Patriarchen, dass sich Österreich in seinen Kontakten mit der Türkei wie im EU-Rahmen weiterhin um die Religionsfreiheit und den Schutz der religiösen Minderheiten in der Türkei bemühen werde.

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