"Themenschwerpunkt: Ernährung" im "Weltjournal"

Wien (OTS) - Annette Scheiner präsentiert im "Weltjournal" im Zeichen des ORF-"Themenschwerpunkts: Ernährung" am Mittwoch, dem 14. März 2007, um 22.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Modewelt: Der Laufsteg in den Tod

Wenn sie auf schlanken Beinen über den Laufsteg schweben, sehen sie perfekt aus: die jungen Mädchen und Frauen, die uns jede Saison die neuesten Textilkreationen präsentieren. Doch der Fall des brasilianischen Supermodels Ana Carolina Creston, das mit 21 Jahren an Magersucht gestorben ist, hat die Branche aufgeschreckt. Kurz darauf starb die 22-jährige Luisel Ramos in Montevideo während einer Show an Herzversagen. Auch sie hatte eine extreme Diät gehalten. Wer für die internationalen Shows gebucht werden will, muss dünn sein. Doch ab wann führt der Schlankheitswahn in den Tod? In Madrid dürfen untergewichtige Models nicht mehr auf den Laufsteg, man fürchtet um den Ruf der Modeindustrie. Immer mehr junge Frauen hungern sich nach dem Vorbild der bewunderten Supermodels krank.

Costa Rica: Die Stacheln der Ananas

Sie ist der Star der Hollywood-Diät und auch in unseren Supermärkten ist sie zu immer günstigen Preisen zu haben: die Ananas. Die Banane hat den Ruf des Dickmachers bekommen, die Ananas steht für das Idol der Schlankheit. Der Obstkonsument nimmt kaum wahr, dass der Geschmackswandel von internationalen Konzernen wie Dole, Del Monte, Fyffes und Co. gesteuert wird. In den Anbauregionen sorgt der Ananasboom nicht für wachsenden Wohlstand der Produzenten. Wie Patrick Hafner bei einem Lokalaugenschein in Costa Rica aufdeckt, macht die Ananas die Plantagenarbeiterinnen und ihre Kinder krank. In den Monokulturen werden große Mengen Pestizide eingesetzt, das Grundwasser verseucht, die Gesundheit der Menschen zerstört. Die stachelige Pflanze schafft zwar Arbeitsplätze, doch die Arbeitsbedingungen auf den Plantagen sind brutal.

Mittelmeer: Der Tunfisch im Käfig

Er ist der Lieblingsfisch der Japaner und auch immer mehr Fischliebhaber der westlichen Welt haben ihn für sich entdeckt: den Blauflossen-Tunfisch. Allein am Fischmarkt von Tokio, dem größten der Welt, werden jedes Jahr 50 Millionen Tonnen umgesetzt. Ein Kilo des rötlichen Fischfleisches wird dort für mehr als 1.000 Dollar gehandelt. Weil die Nachfrage größer ist als das Angebot, werden die Meere von hochindustriellen Fischerbooten leer gefischt. Im Mittelmeer werden Tunfisch-Farmen eingerichtet, die das Problem nicht lösen, sondern noch verschärfen. Junge Tunfische werden eingefangen und in riesigen Unterwasserkäfigen gemästet. Vermehren können sie sich dort nicht. Die Folge: im Mittelmeer steht der Blauflossen-Tunfisch vor dem Aussterben.

Frankreich: Die Sushi-Polizei

Sushi-Restaurants sind in Europa wie die Pilze aus dem Boden geschossen. Allein in Wien gibt es mehr als 300. Immer mehr Lieferdienste bieten Sushi und Sashimi an. Sie machen mittlerweile dem klassischen Fast-Food-Hamburger ordentlich Konkurrenz. Die Japaner sind über den Boom nicht nur erfreut, sie sehen eine kulinarische Tradition in Gefahr, die sich auch als gewinnbringender Exportschlager bewährt hat. Seetang ist nicht gleich Seetang und Maki nicht gleich Maki. Eine Ausbildung zum Sushi-Meister dauert in Japan sieben Jahre und unterliegt strengen Kriterien. Im Ausland stehen nur selten geprüfte Sushi-Meister in der Küche und noch seltener sind Japaner unter ihnen. Das japanische Landwirtschaftsministerium tritt nun zur Gegenoffensive an. "Sushi-Inspektoren" sollen Lokale überprüfen und nur an die authentischen von ihnen ein Gütesiegel vergeben. Damit dort, wo Sushi draufsteht, auch Sushi drin ist. Alexander Steinbach hat im Feinschmeckerparadies Frankreich nachgefragt, wie das funktioniert.

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