Europas Busunternehmer demonstrieren am 14. März in Brüssel

Molzer: "Wir fordern von EU-Verkehrskommissar Barrot die Wiedereinführung der 12-Tage Regelung" - Klassische Autobus-Rundreisen wären massiv betroffen

Wien (PWK172) - "Der Wegfall der 12-Tage Regelung trifft die Busbranche in ihrer Existenz", betont Komm.Rat Karl Molzer, Sprecher der österreichischen Busunternehmer in der Wirtschaftskammer Österreich, die Notwendigkeit des morgen, Mittwoch, stattfindenden "Protestkorsos" von rund 300 in- und ausländischen Bussen in Brüssel. Der Protest richtet sich gegen den Wegfall der seit 20 Jahren bewährten und bestehenden Ausnahmeregelung bei grenzüberschreitenden Busreisen, wonach Buslenker - unter Einhaltung ihrer täglichen Ruhezeit - an 12 aufeinanderfolgenden Tagen arbeiten können. Diese Bestimmung wurde - trotz intensivster Bemühungen aller europäischer Busverbände für eine Beibehaltung - aus der mit 11. April 2007 in Kraft tretenden Novelle der Lenk- und Ruhezeiten (EU-VO 561/2006) ersatzlos herausgenommen.

Am 14. März wird deshalb europaweit für die Wiedereinführung dieser Regelung demonstriert. Mit einem über fünf Kilometer langen Protestkorso von Bussen aus Österreich, Frankreich, Deutschland, Belgien und den Niederlanden, welcher vom belgischen Busverband veranstaltet und organsiert wird, bringen die Busunternehmer ihre Forderungen an die breite Öffentlichkeit. An Verkehrskommissar Jacques Barrot wird eine Resolution übergeben, in der die existentielle Notwendigkeit einer Wiedereinführung begründet wird.

Nach der jetzt in Kraft tretenden Regelung muss der Fahrer nach spätestens sechs Tagen seine wöchentliche Ruhezeit einlegen, auch wenn er in den letzten Tagen vielleicht nur ein bis zwei Stunden täglich gelenkt hat. Sowohl bei Unternehmen als auch beim Fahrpersonal trifft diese neue Vorschrift auf harsche Ablehnung. Insbesondere der Reisebustourismus mit all seinen Facetten ist davon betroffen. Klassische Rundreisen werden teurer, da zusätzliches Fahrpersonal bereitgestellt werden muss. Die daraus entstehenden Mehrkosten liegen zwischen 8 und 15 Prozent. Sie bedeuten eine zusätzliche Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit für Omnibusse im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln - und dies auf einem Markt, auf dem der Wettbewerb schon sehr hart ist. "Ein weiteres Mal fährt damit das ökologischste und sicherste Verkehrsmittel seinen Wettbewerbern hinterher", kritisiert der Sprecher der Autobuswirtschaft.

"Die klassische Rundreise mit sechs oder mehr Tagen wird von dieser Regelung massiv getroffen", warnt Molzer. "Das klein- und mitttelständisch geprägte Busgewerbe in allen Mitgliedsstaaten der EU sowie die mehr als 160.000 europaweit direkt betroffenen Arbeitsplätze erleiden damit einen veritablen Tiefschlag". Molzer appelliert daher abschließend an Verkehrskommissar Barrot: "Mit der Wiedereinführung der 12-Tage Regelung werden wieder faire Wettbewerbsbedingungen für das ökologischste und sicherste Straßenverkehrsmittel hergestellt. Handeln Sie jetzt!" (hp)

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