Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Narkose aus Kitz" (Von Peter Nindler)

Ausgabe vom 13. März 2007

Innsbruck (OTS) - Kitzbühels BM Klaus Winkler spielt in der Krankenhausfrage mit dem Feuer. Fragt sich nur, wer letztlich Feuerwehr spielen muss: die Gamsstadt selbst oder gar das Land Tirol? Denn der Hut brennt, das ist offensichtlich.

Winkler lässt seine politischen Muskeln spielen, weil er sich vom Land und von den Verantwortlichen des Bezirkskrankenhausverbandes St. Johann verschaukelt fühlt. Politisch gewinnt er damit in Kitzbühel, die Proteste gegen die geplante Schließung des Stadtspitals zur Jahresmitte waren schließlich unüberhörbar.

Nur was bringt die eigenständige Lösung auf Dauer? Wahrscheinlich viele Probleme, weil sich drei Krankenhäuser - Kufstein, St. Johann und Kitzbühel - im engsten Umkreis nicht rechnen können. 3,3 Millionen Euro beträgt bereits das Defizit in Kitzbühel. Und die Abgangsfinanzierung muss sich die Hahnenkammstadt erst einmal auf Dauer leisten können. Die Krankenhaus-Holding Tilak wird bei dem Muskelspiel sicher nicht mitmachen und auf Geheiß des Landes aussteigen.

Winklers Paukenschlag bringt Gesundheitslandesrätin Elisabeth Zanon arg in Bedrängnis. Erst kürzlich hat sie sich die Tilak-Reform-Agenden von LR Anna Hosp zurückgeholt - und jetzt das! Will Zanon am Kitzbüheler Operationstisch nicht verlieren, muss sie die Streithähne zum Weiterverhandeln bewegen und die Umwandlung des KH Kitzbühels in ein Reha-Zentrum durchsetzen. Gelingt es ihr nicht, dürfte wohl wieder Hosp Feuerwehr spielen.

Jetzt hat Winkler einmal das Gesetz des Handelns zurückerobert. Zanon kann sich keine Schlappe leisten, weshalb am Ende wohl ein Krankenhaus-Kompromiss stehen wird. Der Preis für die Schließung wird aber höher sein, Winkler seine Forderungen gegenüber St. Johann -Personal und Versorgung - durchsetzen. Auf lange Sicht dürfte das trotzdem ein Gewinn für beide sein - für Kitz und das Land.

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