"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Blindflug ins Chaos" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 13.02.2007

Wien (OTS) - Wer kennt sich da noch aus? Die eine Hälfte der Regierung will Erbschafts- und Schenkungssteuer abschaffen, die andere Hälfte ist für die Beibehaltung. Der eine Minister will Flugreisen kräftig besteuern, der andere warnt: Wenn Fliegen teurer wird und unsere ausländischen Gäste daheim bleiben, bricht in Österreich der Tourismus zusammen.
Damit nicht genug, geht es auch in den Parteien ziemlich rund. Die Grünen kann man dabei fast ignorieren. Sie sind auf der Suche nach dem Sinn ihres politischen Lebens, seit sie die Mini-Chance verjuxt haben, in der Regierung mitzumischen. Außerdem überschattet der Kampf um die Nachfolge von Parteichef Van der Bellen jede ernsthafte Argumentation.
Anders steht es um die SPÖ. Die stellt den Kanzler. Der hat zwar genug Zeit, um Nachhilfestunden zu geben und Krautsuppendiäten zu erklären. Aber Gusenbauer kann sich laut "Pressestunde" nicht um den "Unsinn" kümmern, den die "Fernschreiber" verbreiten. Ein (Partei)-Chef, den es nicht stört, dass seine Mitarbeiter Unsinn verzapfen? Interessant.
Ob Regierung oder SPÖ: Wir erleben den Beweis, wie Führungsschwäche und Orientierungslosigkeit schnurstracks ins Chaos führen. So haben wir uns den Führungswechsel in der Regierung und die Große Koalition sicher nicht vorgestellt.

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