AK Test private Pflegeversicherung: Nichts überstürzen und mehrere Vorsorgevarianten prüfen! (1)

Mehr Anbieter als 2005, aber immer noch unterschiedliche Produktgruppen

Wien (OTS) - In der Debatte um die Pflege wird auch die private Pflegeversicherung als zusätzliche Alternative diskutiert. Die AK hat schon im Herbst 2005 den Markt unter die Lupe genommen und im Februar erneut erhoben. Der AK Test zeigt: Das Angebot privater Pflegeversicherungen ist nach wie vor nicht sehr groß. Fast alle Versicherungen bieten die Pflegeversicherung als eigenständiges Produkt an, bei einer kann sie nur als Zusatz abgeschlossen werden. Leistungen und Rentenzahlungen sind weiterhin ungleich. "Wer eine Pflegversicherung abschließen möchte, soll das nicht voreilig tun und genau vergleichen", rät AK Konsumentenschützer Thomas Eisenmenger, "überdenken Sie auch andere Vorsorgevarianten."

Etwa jede 25. ÖsterreicherIn braucht ständig Pflege. Pflegebedürftige haben einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegegeld. Es gibt sieben Stufen. Die Höhe hängt vom Pflegeaufwand ab.

Die AK hat den VKI beauftragt, die 2005 durchgeführte Erhebung zu aktualisieren. Der AK Test vom Februar zeigt: Zu den fünf Anbietern (Generali, Quelle, Wiener Städitsche, Uniqa/Raiffeisen und OÖ Versicherung) sind zwei neue am Markt dazugekommen: Allianz, s-Versicherung. Und zu den damals fünf untersuchten Produkten sind drei hinzugekommen: s-Versicherung, ein neues Produkt der Uniqa/Raiffeisen und das Zusatzprodukt der Allianz. Bei Uniqa kann das 2005 untersuchte Produkt nur mehr als Zusatz zur Krankenversicherung abgeschlossen werden. Bei der S-Versicherung ist es möglich, die Pflegeversicherung sowohl alleine als auch als Zusatz zu einem Vorsorgeprodukt abzuschließen. Bei der Allianz kann es nur als Zusatz abgeschlossen werden.

Der AK Test zeigt: Nach wie vor sind die Leistungen unterschiedlich. Insgesamt gibt es zwei Produkte, die die Pflegebedürftigkeit unterschiedlich bewerten: Allianz, Generali, Quelle, s-Versicherung und Wiener Städtische richten sich bei ihren Angeboten nach der gesetzlichen Pflegestufe. Wird Pflegebedürftigkeit festgestellt, wird gezahlt. Wie viel der Versicherte an Rente im Monat erhält, hängt von der Pflegebedürftigkeit (Pflegestufe) und vom gewählten Vertrag (Tarif) ab. So zahlt Allianz die Rente ab Pflegestufe vier, Generali schon ab Stufe eins, Quelle ab Pflegestufe fünf. Die s-Versicherung bezahlt je nach gewährtem Tarif ab eins oder drei und die Wiener Städtische ab Pflegestufe eins oder vier.

Uniqa/Raiffeisen und die Oberösterreichische Versicherung zahlen dann, wenn die von ihnen festgelegten Parameter nicht mehr erfüllt werden können, z.B. Aufstehen, An- und Ausziehen, Einnehmen von Mahlzeiten, etc. Die OÖ Versicherung zahlt pauschal, bei der Uniqa/Raiffeisen hängt es ab, wie viele Tätigkeiten nicht verrichtet werden können.

"Eine private Pflegeversicherung ist eine reine Risikoversicherung", sagt Eisenmenger. Das Geld, das über die Prämie eingezahlt wird, wird nur im Fall der Pflegebedürftigkeit ausbezahlt. Für den glücklichen Fall, dass man nicht pflegebedürftig wird, ist die Prämie verloren. (Forts.)

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