ÖAMTC-Erhebung: ABS, ESP & Co - Wissensunterschiede zwischen Mann und Frau relativieren sich im Training rasch (Teil 2, +Grafik)

Sieben von zehn Autofahrern haben schon einmal eine Notbremsung hingelegt

Wien (OTS) - "Ein Drittel der befragten Lenkerinnen in der
aktuellen ÖAMTC-Erhebung wusste vor dem Training nicht, ob ihr Fahrzeug ABS hat oder gab eine falsche Angabe. Bei der Frage nach ESP waren es fast zwei Drittel", zieht ÖAMTC-Fahrsicherheitsexperte Franz Fabian Bilanz. "Demnach ist auch das Wissen, wie man sich richtig in der Notsituation verhält, geringer als in anderen Zielgruppen." Die befragten Autofahrer wurden vor und nach einem Fahrsicherheitstraining mit einer Beispielsituation - Notbremsung im Trockenen - konfrontiert. Nach dem Training zeigte sich:
"Hinsichtlich Geschlecht sind keine Wissensunterschiede mehr zu erkennen. Die Abweichungen relativieren sich, das Know-how von Männern und Frauen gleicht sich rasch an", sagt der ÖAMTC-Experte.

Auch die Führerschein-Neulinge sind vorher überdurchschnittlich unsicher, über welche Sicherheitstechnik ihr Fahrzeug verfügt. Bei ABS waren sich 33 Prozent der Junglenker nicht im Klaren oder geben eine falsche Antwort, bei ESP waren es sogar 50 Prozent. Wie sie bei der Notbremsung richtig reagieren, wussten sie trotzdem. Nach der Trainingserfahrung reduzierte sich die Zahl der gänzlich falschen Antworten in dieser Zielgruppe am deutlichsten.

Immenser Unterschied zwischen der ersten und der zehnten Notbremsung

Die Notbremsung im Trockenen wurde übrigens aus gutem Grund als Beispiel gewählt: Sie wird von den Autofahrern als jene Gefahrensituation (69 Prozent) genannt, die sie in ihrem bisherigen Fahralltag am häufigsten erlebt haben. Dahinter folgen im "Ranking" das Ausweichen vor einem Hindernis (54 Prozent) und Aquaplaning (47 Prozent). Mit zunehmendem Alter und zurückgelegten Kilometern steigt der Erfahrungsschatz erwartungsgemäß an.

Bei trockenem Wetter auf einer Landstraße, gerade Strecke, mit zirka 100 km/h unterwegs, muss der Lenker wegen eines plötzlichen Hindernisses eine Notbremsung durchführen, um so schnell wie möglich zum Stillstand zu kommen. Was tun? "Mit voller Kraft das Bremspedal drücken und gleichzeitig auskuppeln - das ist die richtige Reaktion eines ABS/ESP-Fahrers", erklärt Fabian. "Wird dabei der Bremsdruck kontinuierlich erhöht, arbeitet ABS optimal." Nur die Hälfte aller ABS/ESP-Lenker wusste in der Erhebung vorher, wie man richtig reagiert, nach dem Training fällt die Bilanz weit besser aus.

Es zeigt sich, dass zwischen Notbremsung und Notbremsung ein immenser Unterschied liegt: "Beim ersten Versuch führen die Teilnehmer im Training eine Notbremsung instinktiv durch. Nach dem zehnten Versuch ist der Anhalteweg um mindestens ein Drittel kürzer geworden. Es relativiert sich also die Vorstellung, was eine Notbremsung wirklich ist", berichtet Fabian.

Fazit: Wissenslücken über Fahrzeugtechnik werden im Training geschlossen

"Insgesamt bestätigen die Ergebnisse der Studie, dass Wissensdefizite über Fahrzeugtechnik und Verhalten in Notsituationen im Training geschlossen werden", zieht ÖAMTC-Experte Fabian Bilanz. "Dass die Kursteilnehmer durch die Bank einen persönlichen Nutzen im absolvierten Training sehen, ist als Feedback natürlich auch für uns Instruktoren besonders wertvoll."

Autolenker müssen sich besser mit eigenem Fahrzeug auseinandersetzen

Wichtig ist, sich bei einem Fahrzeugwechsel - egal ob Neu- oder Gebrauchtwagen - mit den elektronischen Helferlein im Auto vertraut zu machen. "Die Fahrzeuglenker müssen sich besser mit ihrem eigenen Auto auseinandersetzen, um für den Fahralltag gerüstet zu sein. Am besten probiert man das bei einem Fahrsicherheitstraining aus, denn hier zeigt sich die Wirkung von 'Lernen durch Erleben' ganz deutlich", so Fabian. Ansonsten wird das Auto zu einem gewissen Grad immer ein unbekanntes Wesen bleiben.

"Das Ergebnis der Studie zeigt uns auch, wie wichtig Bewusstseinsbildung auf dem Gebiet Sicherheitstechnik ist", betont ÖAMTC-Experte Fabian. "Was im Wortlaut hinter den Abkürzungen steckt, muss nicht jedem geläufig sein. Viel wichtiger ist es, dass den Lenkern die Möglichkeiten und Eigenschaften des eigenen Fahrzeugs bewusst sind. Teilweise erfordern diese Einrichtungen einfach das 'Erfahren' der Sicherheitstechnik im geschützten Raum." Detail am Rande: 82 Prozent der befragten Autolenker würden mit einem neuen Auto übrigens wieder ein Fahrsicherheitstraining machen.

Weitere Informationen gibt es unter www.oeamtc.at/fahrsicherheit.

Aviso an die Redaktionen:
Grafiken zur Erhebung und Fotomaterial zum Fahrsicherheitstraining gibt es im ÖAMTC-Foto-Service unter www.oeamtc.at/presse.

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