"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Heiße Klima-Luft" von Alois Vahrner

Ausgabe vom 12. März 2007

Innsbruck (OTS) - Der jüngst vorgestellte UNO-Klimabericht war dramatisch - und hat seine Wirkung nicht verfehlt. Keine Veranstaltung, bei der nicht hundertfach vom Klimawandel (steht wohl heute schon als das Wort des Jahres 2007 fest) die Rede ist.

Experten und Politiker überschlagen sich förmlich mit Ideen und Forderungen, wie der Klimaschock zu verhindern sei. Allen voran der zum Öko-Vordenker mutierte Ex-US-Vizepräsident Al Gore, dem US-Medien jüngst seinen eigenen allzu freigiebigen Energieverbrauch in dessen Haus und bei Flügen nachgewiesen haben.

In Österreich ist vor allem Umweltminister Josef Pröll kaum zu bremsen: Nach seinem Vorstoß für ein Fernreise-Aus will er sich diesmal die Autofahrer vorknöpfen und ihnen eine Klima-Steuer für "CO2-Schleudern" (zu diesen zählen wohl auch die noblen Wiener Regierungskarossen) aufbrummen. Dass Sprit-Mehrverbraucher schon jetzt via Normverbrauchsabgabe, motorbezogene Versicherungssteuer und Mineralölsteuer kräftig zur Kasse gebeten werden, sei auch erwähnt.

Die EU und Österreich laufen jedenfalls Gefahr, vor lauter Klima-Aktionismus nicht nur heiße Polit-Luft zu produzieren, sondern ganze Branchen und damit Abertausende Arbeitsplätze in Gefahr zu bringen. Wer etwa schon nicht mehr in den Urlaub fliegen darf, sollte der nicht auch mit seinem Auto daheimbleiben (müssen)? Für Österreichs Tourismus wäre das ein K.-o.-Schlag.

Das Klimaproblem ist ein weltweites und kann nur global gelöst werden. Europa, das bald weniger als ein Zehntel der Treibhausgase ausstoßen wird, muss seinen Beitrag leisten, ganz klar. Und es muss bei Umwelttechnologien, etwa in der Autoindustrie, endlich mehr Gas geben. Die Rolle als Solo-Musterschüler aber ist gefährlich, weil dann Jobs dort entstehen, wo es weit geringere oder gar keine Umwelt-Auflagen gibt. Und davon hätte das Klima am allerwenigsten.

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