"KURIER"-Kommentar von Magdalena Rauscher-Weber: "Alles noch einmal"

Die FPÖ steht vor einer Zerreißprobe, vielleicht vor der nächsten Spaltung.

Wien (OTS) - Das kennen wir doch schon. Am Dienstag den 8. März 2005, also vor genau zwei Jahren, zog sich Ewald Stadler freiwillig aus dem Vorstand der FPÖ zurück. Was folgte ist bekannt: der interne Machtkampf zwischen rechtem Flügel und dem Rest der Partei führte bis zur Spaltung der FPÖ.
Jetzt hat Ewald Stadler seinen freiwilligen Austritt aus der Partei bekannt gegeben. Er bleibt aber im FPÖ-Klub und vertritt die Partei weiter im Eurofighter- und im Banken-Auschuss. Keine Rede also von einem Abschied.
Vieles deutet auf einen neuen Anlauf hin. Was Stadler über Parteichef Heinz-Christian Strache (den er einst selbst an die Parteispitze hievte) sagt, klingt ähnlich wie vor zwei Jahren. Damals sprach er von "sektoiden Zügen" heute spricht er von psychischen Hemmnissen. Die ersten Getreuen sind Stadler bereits gefolgt - so wie damals.
Der Verdacht liegt nahe, dass Stadler selbst die Macht in der FPÖ übernehmen will. Was nicht so leicht sein dürfte, denn der wehrhafte Christ hatte immer schon viele Feinde in der Partei. Könnte gut sein, dass die nächste FPÖ-Spaltung kommt. Warum nicht?
Alles, was den Einfluss einer Partei mit menschenverachtender Politik schwächt, ist gut. Also: Nur weiter so.

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