ÖGB-Leutner: Leitzinserhöhung ist das falsche Signal

EZB sollte alles tun, um Wachstum und Beschäftigung zu fördern

Wien (ÖGB) - Dr. Richard Leutner, Leitender Sekretär im ÖGB, sieht in der heute erfolgten Leitzinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) ein falsches Signal für Wachstum und Beschäftigung. "Diese Erhöhung ist ein falsches Instrument, trifft die Falschen und würgt die gerade anspringende Konjunktur ab."++++

Schon im Vorfeld der Zinssatzerhöhung wurde aus der EZB deutlich gemacht, dass für sie auch die Lohnentwicklung zu hoch sei. Die Gewerkschaften betreiben aber keine die Inflation treibende Lohnpolitik, sondern orientieren sich an der Produktivität. Von der Lohnpolitik geht keine Inflationsgefahr aus. Die Gewerkschaften haben schon bisher große Vorleistungen gegen die "Inflationsrisiken" leisten müssen wie die hohe, wenngleich sinkende Arbeitslosigkeit und die mäßige Realeinkommensentwicklung zeigen.

"Die enormen Kursanstiege an den Börsen, die letztlich zu den jüngsten Turbulenzen auch auf den europäischen Finanzmärkten geführt haben, können zwar auch unter der Rubrik "Inflationsrisiken" geführt werden - nur ist dafür eine allgemeine Zinssatzerhöhung nicht das richtige Instrument meint", sagt der Leitende Sekretär.

"Aus der Sicht des ÖGB wäre es jetzt wichtiger gewesen, dass die EZB ihren Beitrag leistet, damit die endlich anspringende Konjunktur in eine dauerhafte übergeleitet wird. Eine Zinssatzerhöhung aber trifft wieder nur die Konjunktur und damit die Beschäftigten", so Leutner.

ÖGB, 8. März 2007 Nr. 177

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Fritz Luger
Tel.: +43 (1) 534 44/239 DW
Fax: +43 (1) 533 52 93
http://www.oegb.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0008