Jammern über hohe Arbeitskosten: Ein verfehlter Beitrag der Wirtschaftskammer zum Internationalen Frauentag

Linz (OTS) - Die Forderung der Wirtschaftskammer nach einer
Senkung der Lohnnebenkosten ist gerade am Internationalen Frauentag völlig unangebracht. Nicht noch mehr Gewinne für die Unternehmen, sondern das Schließen der Einkommensschere zwischen Frauen und Männern ist das Gebot der Stunde.

Frauen verdienen in Österreich um 40 Prozent weniger als Männer. Selbst bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung beträgt der Einkommensnachteil satte 26 Prozent. In Oberösterreich sind die Frauen mit einem Minus von mehr als 30 Prozent gegenüber Männern noch stärker benachteiligt. Die Forderung der Wirtschaftskammer nach noch mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit, die vor allem Frauen negativ betrifft, ist unter diesen Voraussetzungen umso unverständlicher.

Seit Jahren laufen die Gewinne den Löhnen davon, in den letzten zehn Jahren war das Gewinnwachstum doppelt so hoch wie jenes der Löhne. Und wie die Entwicklung der Lohnstückkosten zeigt, hat sich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit von 2000 bis 2005 sogar verbessert (siehe Grafik). Die Absatzfähigkeit österreichischer Produkte ist ungebrochen hoch. So weist Österreich gegenüber den Niedriglohnländern Osteuropas sogar einen Außenhandelsüberschuss auf.

Unternehmen wollen immer weniger zum Sozialsystem beitragen. "Mit dem Schmäh, dass bei einer Senkung der Lohnnebenkosten die Beschäftigten mehr verdienen würden, wird den Menschen Sand in die Augen gestreut", kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Die Sozialleistungen müssten dann aber massiv gekürzt oder die Beiträge von den Beschäftigten allein aus der eigenen Tasche bezahlt werden.

Dies würde wiederum gerade Frauen besonders hart treffen. So verdienen vier von zehn oberösterreichischen Frauen nur an bzw. unter der Armutsgrenze. "Dieser Umverteilung, die Frauen und gering Entlohnte besonders hart trifft, werden wir nicht zustimmen", ist Kalliauer empört.

"Anlässlich des Internationalen Frauentags muss die Flexibilität der vielen teilzeitbeschäftigten Frauen nun endlich honoriert werden", fordert Kalliauer die rasche Einführung der vereinbarten Zuschlagspflicht von Mehrarbeit bei Teilzeit. Außerdem erwarten sich die Menschen die rasche Einführung des versprochenen Mindestlohns in Höhe von 1000 Euro. "Nicht noch höhere Gewinne sondern mehr Gerechtigkeit! Etwa durch das Schließen der Einkommensschere zwischen Männern und Frauen", fordert der AK-Präsident von den Unternehmen.

Die Grafik zur Entwicklung der Lohnstückkosten zwischen 2000 und 2005 steht zum Herunterladen auf www.arbeiterkammer.com bereit.

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