Bildungs- und kulturpolitischer Gedankenaustausch mit Vietnam Informationsbesuch vietnamesischer Parlamentarier

Wien (PK) - Eine Delegation des Ausschusses für Kultur, Erziehung, Jugend und Teenager der vietnamesischen Nationalversammlung unter der Leitung der Ausschussvorsitzenden Frau Tran Thi Tam Dan traf heute mit Mitgliedern des Unterrichtsausschusses und des Kulturausschusses des österreichischen Nationalrates zu einem Gedankenaustausch zusammen. An dem Gespräch nahmen die Obfrau des Kulturausschusses Christine Muttonen (S) und der Obmann des Unterrichtsausschusses Werner Amon (V) sowie die Abgeordneten Chsristine Lapp (S), Josef Cap (S), Andrea Eder-Gitschthaler (V) Dieter Brosz (G), Ursula Haubner (B), Veit Schalle (B) und Karlheinz Klement (F) teil.

Anliegen der Gäste war es, die Arbeit und das System des österreichischen Bildungssystems und der österreichischen Kulturlandschaft näher kennenzulernen. In Vietnam plant man derzeit eine umfassende Reform des Bildungssektors, wobei es nicht nur um notwendige Investitionen geht, wie Frau Tran Thi Tam Dan erklärte, sondern vor allem um eine inhaltliche Erneuerung und neue Wege in der Pädagogik. Ein Problem des vietnamesischen Schulsystems stelle sich im Bereich der Berufsausbildung, die zu wenig attraktiv gestaltet sei, um für ein Studium zu qualifizieren. Außerdem gebe es keine Kanalisierung der Schülerströme. Dementsprechend konzentrierten sich die Fragen auf die Höhe des Bildungsbudgets, die Verteilung der SchülerInnen auf die einzelnen Schularten, die Berufsausbildung, die LehrerInnenbildung und den Stellenwert der Privatschulen und Privatuniversitäten.

In der Diskussion, in der die österreichischen Abgeordneten zunächst näher auf das österreichische Bildungssystem eingingen, wurden aber auch die aktuellen bildungspolitischen Diskussionen, wie eine gemeinsame Schulde der 10- bis 14-jährigen, ein verpflichtendes Vorschuljahr, das 9. Pflichtschuljahr als Berufsbildungsjahr und Konsequenzen aus den Ergebnisse der PISA-Studie angesprochen. Hinsichtlich der Früherziehung betonten die Abgeordneten die Notwendigkeit der Sprachförderung und Entwicklung der sozialen Kompetenz, um Chancengleichheit beim Schuleintritt herzustellen. Bei der Berufsorientierung müsse es auch um das Finden der eigenen Ressourcen gehen, so der Tenor.

Was die Kulturpolitik betraf, betonte Frau Tran Thi Tam Dan, ihrem Land gehe es zunächst vor allem darum, die eigene kulturelle Vielfalt zu bewahren. Vietnam sei aber auch offen für "das Beste, das die westliche Kultur zu bieten hat", und sei sich darüber hinaus des Einflusses der europäischen Kultur, insbesondere der französischen, bewusst. Abgeordneter Josef Cap sah in diesem Zusammenhang Europa aufgerufen, durch Koordination seiner kulturpolitischen Aktivitäten für eine Balance zu sorgen, um zu verhindern, dass es in Vietnam zu einer Hegemonie der US-Kultur kommt. (Schluss)

HINWEIS: Fotos von diesem Besuch finden Sie - etwas zeitverzögert -auf der Website des Parlaments im
http://www.parlament.gv.at/pls/portal/url/PAGE/SK/FOTOALBUM/:
http://www.parlament.gv.at

Rückfragen & Kontakt:

Eine Aussendung der Parlamentskorrespondenz
Tel. +43 1 40110/2272, Fax. +43 1 40110/2640
e-Mail: pk@parlament.gv.at, Internet: http://www.parlament.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPA0001