Verbindliche, ambitionierte Ziele für Erneuerbare gefordert

Gusenbauer muss bei EU-Gipfel für Ökoenergien kämpfen

St. Pölten (OTS) - "Bundeskanzler Gusenbauer muss sich beim EU-Gipfel mit voller Kraft für rechtlich verbindliche Ökoenergie- und Klimaziele einsetzen," fordert Mag. Stefan Hantsch, Geschäftsführer der IG Windkraft, anlässlich des heute beginnenden Frühjahrsgipfel der Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Die bedrohlichen Auswirkungen des Klimawandels sowie der Anstieg der Energieabhängigkeit der EU auf 70% erfordern klare Signale und konkrete Maßnahmen. Entscheidend dabei sind ambitionierte, verbindliche Ökoenergie-Ziele für die Bereiche Elektrizität, Treibstoffe, Heizen und Kühlen.

Am 10. Jänner hat die EU-Kommission ein umfangreiches Energiepaket präsentiert. In ihrem Fahrplan für Erneuerbare Energien schlägt sie ein verpflichtendes Ziel von 20% Erneuerbarer Energie bis 2020 vor. Es handelt sich dabei um ein Gesamtziel für die Bereiche Elektrizität, Treibstoffe, Heizen und Kühlen, nur für die Treibstoffe ist ein eigenes Ziel von 10 % Biotreibstoffe bis 2020 vorgesehen. Sowohl die Energieminister als auch die Umweltminister haben sich im Februar ebenfalls für diese Ziele ausgesprochen. Offen ließen sie aber, ob dieses 20%-Ziel rechtlich verbindlich oder nur indikativ sein soll. Ambitionierter sind da schon die Zielsetzungen der EU-Parlamentarier, die ein rechtlich verbindliches Ziel von 25% als Gesamtziel sowie zusätzlich eigene Teilziele für die einzelnen Sektoren (Treibstoffe, Elektrizität, Heizen und Kühlen) forderten.

Beim heute beginnenden Frühjahrsgipfels der Staats- und Regierungschefs sollen nun diese weitreichenden energiepolitischen Entscheidungen zum Abschluss gebracht werden. "Die Staats- und Regierungschefs dürfen nicht unter dem Niveau des EU- Parlaments zurückbleiben. Wenn es uns ernst sein soll mit einer Energiewende, dann brauchen wir ein rechtlich verbindliches Gesamtziel von 25% Erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch.

Dafür muss sich Kanzler Gusenbauer als Regierungschef einer Bevölkerung, die Atomenergie massiv ablehnt und den verstärkten Ausbau von Erneuerbaren Energien fordert, stark machen", verlangt Hantsch. "Ansonsten kommt es zu einer gefährlichen Renaissance der Atomenergie unter dem Deckmantel des Klimaschutzes." Die IG Windkraft fordert weiters, dass zusätzlich zu einem Gesamtziel von 25% auch verbindliche Teilziele fixiert werden, und zwar nicht nur für Biotreibstoffe, sondern auch für die Bereiche Elektrizität sowie Heizen/Kühlen.

"Die Erfahrungen europäischer Ökostromerzeuger aus den letzten Jahren haben gezeigt, dass konkrete Teilziele für die einzelnen Sektoren von entscheidender Bedeutung sind. Zu unkonkrete Maßnahmen wie ein indikatives Gesamtziel können keine Investitionen auslösen", erklärt Hantsch. Die bestehenden EU-Richtlinien für die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien sowie für Biotreibstoffe haben sich laut Hantsch bisher bewährt, weil sie sichere Rahmenbedingungen für Investoren schaffen halfen. Diese beiden Richtlinien sollten daher beibehalten und adaptiert werden (nämlich mit verpflichtenden Zielen bis 2020 versehen), sowie durch eine eigene Wärme-Richtlinie mit eigenem Ziel für 2020 ergänzt werden. Verbunden mit ambitionierten, verbindlichen Zielen für Erneuerbare Energien müssen laut Vorstellungen der IG Windkraft Energieeffizienzmaßnahmen einhergehen. Außerdem muss sich Kanzler Gusenbauer für eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 30 % bis 2020 engagieren.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Stefan Moidl
IG Windkraft
Tel.: +43 676 3707820
s.moidl@igwindkraft.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | IGW0002