Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Kommentar "Die Welt nährt sich von Taten" (von Claudia Grabner)

Ausgabe, 8. März 2007

Klagenfurt (OTS) - Ohren zu und weggehört - weil irgendwann Selbstbeweih-räucherung nicht mehr zum Lachen, sondern zum Erbarmen ist: Sich am Weltfrauentag rituell in weiblichen Bekenntnissen zu übertrumpfen zeichnet Österreich nicht aus. Es macht wütend. Wütend, weil sich die Wirklichkeit des anderen Geschlechts nicht von Lippenbekenntnissen nährt, sondern von Taten. Doch Taten haben in den vergangenen Jahren keine gerechtere Wirklichkeit geschaffen. Im Gegenteil: Die reale Welt der Frauen - sie hat an Boden verloren.

Frauenpolitik hat sich (besser: wurde!) irgendwo festgefahren zwischen traditionell-konservativer Müttersein-Romantik und dem Pro-forma-Ruf nach Besserstellung. Das Resultat ist bekannt. Das weibliche Geschlecht strampelt sich noch immer dort ab, wo es vor ja, vor wie vielen Jahren "eigentlich? von Politik, Wirtschaft, Entscheidungsträgern alleine gelassen wurde. Richtiger müsste man sagen: wo Frauen erfolgreich verdrängt wurden aus besser honorierten Posten und Positionen.

Sachlich, objektiv, vernünftig ist die Schlechterstellung nicht zu erklären. Wie dann? Mit männlicher Machtfülle? Oder gehört mehr dazu? Etwa der Großmut der Frau. Ihre Gelassenheit. Das über Jahrhunderte tradierte Verhalten, leisezutreten. Das schwache Geschlecht hat keinen Grund leise zu sein: Stärke will gehört sein.

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