Wien Museum präsentiert Marie-Louise von Motesiczky

Malerin zwischen Wien und London

Wien (OTS) - "Who is Marie-Louise von Motesiczky?" fragt das Wien Museum Karlsplatz mit einer Ausstellung, die vom 8. März bis 20. Mai zu sehen ist. Es ist, so Dir. Wolfgang Kos bei der Pressepräsentation am Mittwoch, eine beeindruckende Künstlerin, eine "Malerin zwischen Wien und London", die es zu entdecken gilt. Rund 70 Werke der aus der jüdischen Aristokratie der Jahrhundertwende um 1900 in Wien stammenden Künstlerin, die nach der Emigration in London ihren neuen Lebensmittelpunkt fand, sind in der Schau zu sehen. Die Werke, großteils Porträts, Stillleben, Landschaften nehmen den Besucher auf die Lebensreise der Künstlerin mit und geben Gelegenheit, eine große Künstlerin kennen zu lernen.****

Marie-Louise von Motesiczky, 1906 in Wien geboren, stammte aus sehr wohlhabendem Haus und war von Jugend an in das Kulturleben des damaligen Wien eingebunden. Ein Besuch von Max Beckmann in ihrem Elternhaus im Jahr 1920 brachte sie zur Malerei, sie stuidert ein wien und Paris und bei Beckmann in Frankfurt. Später entwickelte sie eine eigenen Stil sehr persönlicher Expressivität, Einflüsse, etwa von dem mit ihr befreundeten Oskar Kokoschka, sind spürbar. Mit ihrer Mutter emigrierte die Künstlerin 1938 über Holland nach London, wo sie bis an ihr Lebensende 1996 blieb. Ihr Vater war früh gestorben, ihr Bruder, der 1938 in Wien geblieben war, kam im Konzentrationslager um.

Durch ihre sehr guten Vermögensverhältnisse war Motesicky nie gezwungen, ihre Bilder im Kunsthandel anzubieten, weshalb sie als Künstlerin auch nicht die entsprechende Präsenz bei Ausstellungen, in den Medien und im allgemeinen Bewusstsein erlangte. Erst die große Retrospektive, die anlässlich ihres 100. Geburtstages in Zusammenarbeit mit dem Motesiczky Charitable Trust zunächst in der Tate Liverpool und dann im Frankfurter Museum Giersch gezeigt wurde und nun im Wien Museum zu sehen ist, stellt den Stellenwert der Künstlerin in das richtige rampenlicht.

Frühe Bilder, vor allem auch hier Selbstporträts spiegeln das Leben Motesiczkys als "löwenmutiges Fräulein aus gutem Haus", wie sie Hilde Spiel charakterisierte, als elegante junge Frau aus der gehobenen Gesellschaft mit Beziehungen zu den Größen des geistigen und kulturellen Lebens der Zeit. Die Beziehung zu ihrer Lebensliebe Elias Canetti, mit dem sie trotz dessen Ehe mit Veza Canetti, in London eine Jahrzehnte lange Verbindung hatte, fand ebenso einen bemerkenswerten Niederschlag in ihrem Werk wie das gemeinsame Leben durch sieben Jahrzehnte mit ihrer Mutter, deren Älterwerden bis hin zum Verfall vor dem Tod sie in einem beeindruckenden Zyklus als Psychogramm dieses Prozesses zeichnete.

Die Ausstellung wird auch von Dokumenten wie Briefen an und von Elias Canetti und einem Film begeleitet, der die Begegnung mit Marie-Louise von Motesiczky in einem Interview ermöglicht. Der umfangreiche Katalog , erschienen im Prestel-Verlag, kostet 32 Euro. Zur Ausstellung werden Führungen angeboten , eine Reihe von Begleitveranstaltungen ist ebenfalls geplant.

Das Wien Museum ist täglich außer Montag von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt: 6 Euro , verschiedenen Ermäßigungen, freier Eintritt für Arbeitslose, Notstands- und Sozialhilfeempfänger.

o Weitere Informationen: Internet: www.wienmuseum.at

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