Experten rechnen heuer mit leicht sinkender Schweineproduktion

Situation am Markt derzeit von stabilen Tendenzen geprägt

Wien (AIZ) - Die aktuelle Entwicklung des österreichischen Schweinebestandes und der Produktion lässt erwarten, dass im Jahr 2007 die Bruttoeigenerzeugung an Schweinen etwas unter jener des abgelaufenen Jahres 2006 liegen wird. Konkret dürfte sie um 0,6% auf 4,68 Mio. Stück sinken. Dies geht aus der jüngsten Marktprognose der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft hervor. Der Außenhandel mit Schweinefleisch zeigte im Jahr 2006 deutliche Volumensteigerungen.

Die Experten der Bundesanstalt gehen in ihrer Prognose vor allem von den Ergebnissen der zum Stichtag 01.12.2006 von der Statistik Austria durchgeführten Viehzählung aus. Diese ergab einen gesamten heimischen Schweinebestand von rund 3,14 Mio. Stück. Das entspricht im Jahresvergleich einer Abnahme um 0,9%. Die Zahl der Ferkel nahm um 2,2% zu, die der Jungschweine mit 20 bis 50 kg um 3% ab. Die Anzahl der Mastschweine sank insgesamt um 2,2%, wobei in der Kategorie 50 bis 80 kg ein Rückgang um 6% registriert wurde, wogegen jene Tiere mit 80 bis 110 kg um 0,1% und jene über 110 kg um 13,9% zunahmen. Der Zuchtsauenbestand insgesamt nahm zwar um 1,8% zu, jedoch sank die Anzahl der gedeckten Sauen um 1,8%. Die ungedeckten Sauen nahmen zahlenmäßig um 10,8% zu.

Ausfuhren von Schweinefleisch um 6% gesteigert

Im Jahr 2006 wurden nach Angaben der Bundesanstalt rund 5,28 Mio. Schweine in Gewerbebetrieben geschlachtet, um 0,8% mehr als im Jahr zuvor. Dazu kamen noch rund 83.400 Hausschlachtungen. Der Außenhandel mit Lebendschweinen und Schweinefleisch zeigte wie in den vorhergehenden Jahren teilweise deutliche Steigerungen. So nahmen laut vorläufigen Zahlen der Statistik Austria die Lebendschweine-Importe im Jahresvergleich um 10,8% auf rund 749.000 Stück zu. Im Gegenzug wurden die Exporte von Lebendschweinen um 3,9% auf rund 93.000 Stück verringert.

Die Schweinefleisch-Einfuhren betrugen umgerechnet rund 1,41 Mio. Stück, was einer Abnahme um 2,2% entspricht. Die Ausfuhren von Schweinefleisch konnten gleichzeitig um 6% auf umgerechnet 2,04 Mio. Stück gesteigert werden. Rechnet man Lebendtiere und Fleisch zusammen, so wurden insgesamt umgerechnet rund 2,16 Mio. Schweine importiert und 2,14 Mio. exportiert. Die vorläufige Bruttoeigenerzeugung betrug im Jahr 2006 4,71 Mio. Stück und war damit gegenüber dem Jahr davor um 0,8% niedriger. Der Erzeugerpreis für Schweine stieg 2006 im Jahresmittel um 6%.

Schweinemarkt derzeit stabil

Aktuell präsentiert sich der EU-Schweinemarkt sehr einheitlich und stabil, die Preise sind diese Woche in den meisten Mitgliedsländern im Wesentlichen unverändert geblieben. Auch in Österreich zeigt sich der Markt anhaltend ausgeglichen. Während Schinkenexporte nach Italien nur mit Abstrichen zu realisieren waren, gibt es im Inland Hoffnung auf Marktbelebung. Die Verarbeitungsindustrie trifft offensichtlich erste Vorbereitungen in Richtung Ostergeschäft. Das auf gut durchschnittlichem Niveau liegende frische Angebot trifft derzeit auf eine ebensolche Nachfrage, sodass diese Woche die Notierung der Österreichischen Schweinebörse gleich bleibt. Der aktuelle Notierungspreis beträgt EUR 1,23 je kg Schlachtgewicht. Die Aussichten für die Marktentwicklung in den kommenden Wochen sind zum Teil optimistisch. Allerdings erschwert der aktuell überdurchschnittlich harte Euro zunehmend Russland- und Fernostexporte.
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