Zukunftsperspektiven für tschetschenische Flüchtlingsfrauen

Diakonieprojekt fördert Ausgleich zwischen Herkunftskultur und Anpassungsdruck

Wien (OTS) - "Wenn wir morgen auf den Internationalen Frauentag aufmerksam gemacht werden, dann sollten wir dabei auch nicht auf jene Frauen vergessen, die aus Angst, Not und Terror ihre Heimat verlassen mussten, um in einem fremden Land Schutz zu suchen. Sie sollten eine faire Chance erhalten an unserer Gesellschaft ein aktives und anerkanntes Mitglied zu werden", so Diakonie Direktor Michael Chalupka.

Der Diakonie Flüchtlingsdienst unterstützt mit dem Projekt "Zukunftswerkstätte" die Integration tschetschenischer Flüchtlingsfrauen in Österreich. Gerade anerkannte Flüchtlinge dieser Personengruppe wird in der Regel weniger Priorität bei der Integration eingeräumt. Wichtiges Augenmerk liegt dabei auf dem Spannungsfeld zwischen Herkunftskultur und Anpassungsdruck der Aufnahmegesellschaft.

"Häufig sind Flüchtlingsfrauen aus traditionell geprägten Kulturen an den Entscheidungen, die ihre eigene Zukunft betreffen, nicht maßgeblich beteiligt. Sie sind es nicht gewohnt, sich mit solchen Fragen auseinander zu setzen, sind nicht ausreichend darüber informiert, welche Möglichkeiten es in Österreich gibt, ihr Leben und ihre Zukunft selbst zu gestalten und geraten dadurch leicht in Abhängigkeiten. Die Zukunftswerkstätte zeigt den Teilnehmerinnnen, dass sie durch Eigeninitiative, Weiterbildung sowie allgemeinem Wissen über Österreich, Entscheidendes für sich und ihre Familien leisten und in weiterer Folge neue Zukunftsperspektiven schaffen können," so Chalupka.

Die Diakonie-Zukunftswerkstätte umfasst sechs Module zu jeweils vier Stunden. In diesem Rahmen werden die Frauen bei der Entwicklung und Umsetzung individueller Zukunftspläne unterstützt. Für eine begleitende Kinderbetreuung wird gesorgt. Durch die einzelnen Module wird der alltägliche Aktionsradius der Frauen in der österreichischen Gesellschaft erweitert, die Selbstbestimmtheit der Teilnehmerinnen gefördert und die Eigenverantwortung der Frauen gestärkt. Im Herbst 2005 bot die Diakonie-Einrichtung INTO Wien erstmals in Zusammenarbeit mit INTO Niederösterreich/Integration von Flüchtlingen eine Zukunftswerkstätte für Flüchtlingsfrauen in Wiener Neustadt an. Im Frühjahr 2006 wurde dann auch in Wien das Diakonie-Projekt mit tschetschenischen Frauen durchgeführt. Die Zukunftswerkstätte wurde von INTO Wien bei der Magistratsabteilung17 der Stadt Wien eingereicht und bewilligt.

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