Rücksichtsloser Handel mit Zeitungen nimmt zu

Wien (ots) -

Österreichs Bundeskanzler Alfred Gusenbauer kritisiert beim "European Newspaper Congress" im Wiener Rathaus, dass Zeitungen immer mehr wie Aktien gehandelt werden. Beim "European Newspaper Congress 2007" im Wiener Rathaus kritisierte Österreichs Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, "dass Zeitungen fast ähnlich schnell und rücksichtslos gehandelt werden wie Aktien an der Wall Street". Diese Entwicklung müsse man kritisch hinterfragen, wenn man über die Qualität im Journalismus und über die Zukunft von Arbeitsplätzen im Mediensektor spreche, erklärte der Bundeskanzler. Eine gemeinsame europäische Regelung sei allerdings aufgrund der unterschiedlichen Situation in den einzelnen Ländern abzulehnen. "Fördern wir die Zeitungen in einer Form, die ihnen gut tut, die zukunftsträchtig und nachhaltig ist und die vor allem zur Pluralität der Meinungen beiträgt", sagte Gusenbauer. Gleichzeitig fordert er die Europäische Kommission auf, die Handlungsspielräume des Wettbewerbs- und Kartellrechts stärker zu nützen. Unabhängig davon gab der Kanzler zu verstehen, dass man sich in Europa an transnationale Eigentümerstrukturen gewöhnen muss. "Ich bin gegen eine Renationalisierung von Zeitungen", sagte Gusenbauer. Weitaus wichtiger als die Frage nationaler Eigentümer seien aus demokratiepolitischer Sicht Regeln, die die Unabhängigkeit der Redaktionen garantierten. Mehr als 500 Chefredakteure, Verlagsleiter, Journalisten und Medienexperten aus ganz Europa fanden sich Montag und Dienstag zum größten europäischen Zeitungskongress im Festsaal des Wiener Rathauses ein. Im Rahmen des Kongresses wurden neben zahlreichen Fachvorträgen erfahrener Blattmacher die innovativsten Konzepte und besten Zeitungslayouts mit dem "European Newspaper Award" ausgezeichnet. 287 Zeitungen aus 26 Ländern hatten sich für diesen Wettbewerb beworben. Die Preisverleihung ging Montag Abend im Festsaal des Rathauses über die Bühne. Neben den Gewinnern hatten aber auch die Veranstalter allen Grund zur Freude. Schließlich gelang es, den Besucherrekord des Vorjahres (2006: ca. 400 Teilnehmer) noch zu übertreffen. Über die Auszeichnung "Europas beste Tageszeitung 2007" konnte sich die belgische Zeitung "De Morgen" mit Sitz in Brüssel freuen. In der Kategorie Regionalzeitung wurde "Bergens Tidende" aus Norwegen prämiert. Der Preis für die beste Lokalzeitung ging an die finnische "Hufvudstadsbladet". Europas beste Wochenzeitung kommt aus Portugal und heißt "Expresso". Den Sonderpreis für herausragend kreative Gestaltung durfte die Sportzeitung "Superdeporte" aus Spanien mit nach Hause nehmen. Weitere Höhepunkte des zweitägigen Kongresses waren neben den hochkarätig besetzten Diskussionsrunden und Vorträgen die Besuche in den Redaktionen der "Austria Presse Agentur" sowie der Tageszeitungen "Österreich" und "Die Presse". Gründer und Organisator der Veranstaltung ist Norbert Küpper zusammen mit dem Medienfachverlag Oberauer. Der "European Newspaper Congress" wird unterstützt durch die Stadt Wien, die Wiener Stadtwerke und als Medienpartner durch die österreichische Tageszeitung "Die Presse". Nationaler Veranstalter ist die Branchenzeitschrift "Der Österreichische Journalist". Das Projekt wird mitgetragen von europäischen Medienfachzeitschriften, in Deutschland durch das "MediumMagazin", in der Schweiz durch den "Schweizer Journalist".

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