Kaske: "Mobilität nach dem Motto 'Geiz ist geil'"

Vorsitzender der Gewerkschaft vida kritisiert 2.000 Euro Mobilitätsprämie

Wien (vida/ÖGB) - "Dass sich Minister Martin Bartenstein gerne einen Rabatt herausverhandelt, ist ja bekannt", erklärt Rudolf Kaske, Vorsitzender der Lebensgewerkschaft vida: "Eine Übersiedlungsbeihilfe in der Höhe von 2.000 Euro, um die Mobilität von FacharbeiterInnen zu erhöhen, fällt aber eher unter 'Geiz ist geil'." Kaske weist darauf hin, dass Übersiedlungskosten für eine vierköpfige Familie nicht nur die von Bartenstein zitierte Fahrt mit dem Speditions-Lkw umfassen. "Der Facharbeitermangel in gewissen Regionen ist oft hausgemacht", ergänzt der vida-Vorsitzende.++++

"Minister Bartenstein kann sich offensichtlich nicht vorstellen, was eine Übersiedlung z.B. von Wien nach Tirol für eine vierköpfige Familie bedeutet", stellt Kaske fest: "Da geht es um weit mehr als darum, Möbel von A nach B zu führen. Da müssen Wohnungen aufgegeben, erhalten, neu gemietet werden. Schulen müssen gewechselt, alte Eltern versorgt und besucht werden. Im Endeffekt muss man sich ein neues soziales Gefüge schaffen. Ob jemand für 2.000 Euro bereit ist, sein Leben so grundlegend zu ändern, ist fraglich."

Der vida-Vorsitzende weiter: "Der Facharbeitermangel in manchen Gegenden ist ein hausgemachtes Problem der Wirtschaft. Zuerst wurden weniger Lehrlinge aufgenommen, Lehrwerkstätten zugesperrt und Aus-und Weiterbildung auf die lange Bank geschoben. Und jetzt wo's knapp wird, schreit die Wirtschaft nach billigen ausländischen Arbeitskräften. Dazu sollen heimische FacharbeiterInnen mit Prämien motiviert werden, die diesen Namen nicht verdienen."

Rudolf Kaske abschließend: "Herr Wirtschafts- und Arbeitsminister, denken Sie darüber nach, was Mobilität außer Speditionskosten noch bedeutet. Vielleicht kommen Sie dann auf einen angemessenen Betrag, um ArbeitnehmerInnen, dazu zu bewegen, ihren Heimatort zu verlassen. Eine Finanzierung durch das AMS ist meiner Ansicht nach dabei sehr problematisch. Die Mittel des AMS sind gering, die Übersiedlungsbeihilfe würde zu Kürzungen in anderen Bereichen führen."(kk)

ÖGB, 7. März 2007 Nr. 165

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