8. März 2007: Welttag der Niere

Häufig, lebensbedrohlich, behandelbar - chronische Nierenerkrankung Österreichs Experten fordern Prävention und Früherkennung

Wien/Innsbruck (OTS) - Nicht nur den Welttag der Niere - 8. März 2007- sollte man seinen Nieren widmen. So der Wunsch der Initiatoren des Welttages der Niere und die Empfehlung der österreichischen Nierenspezialisten (Nephrologen). Chronische, nicht-infektiöse Krankheiten - zu denen neben chronischen Nierenerkrankungen auch Diabetes und Bluthochdruck zählen - sind inzwischen weltweit die häufigsten Erkrankungen - die zum Tod führen können. Die Tendenz ist steigend und so wird international mit einer Zunahme an chronischen Erkrankungen von 17% in den nächsten zehn Jahren gerechnet.
Bereits jeder 10. Erwachsene - in absoluten Zahlen: rund 500 Millionen Menschen - leidet weltweit an einer chronischen Nierenerkrankung. Bis zum Jahr 2015 wird damit gerechnet, dass weltweit rund 36 Millionen Menschen an den Folgen einer chronischen Nierenerkrankung oder einer anderen chronischen Begleiterkrankung sterben werden.
Auch in Österreich nimmt die Zahl der chronischen Nierenerkrankungen permanent zu. Die Österreichische Gesellschaft für Nephrologie geht davon aus, dass zur Zeit in Österreich rund 350.000 Menschen an einer chronischen Nierenerkrankung leiden.
Die Nierenspezialisten - nicht nur in Österreich - fordern daher Prävention und Früherkennung. Nur so kann das Ziel der WHO, in den nächsten zehn Jahren die chronischen Erkrankungen um 2% zu reduzieren, erreicht werden.

"Eine Störung der Nierenfunktion ist eine frühe Warnung hinsichtlich des Zustandes des gesamten Gefäßsystems", so Univ.-Prof. Dr. Gert Mayer, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Nephrologie und Leiter der Klinischen Abteilung für Nephrologie an der Medizinischen Universität Innsbruck. "Die frühzeitige Erfassung der chronischen Nierenerkrankung kann es ermöglichen, Risikopatienten zu erkennen bevor Komplikationen wie Schlaganfall, periphere arterielle Verschlusskrankheit, koronare Herzkrankheit oder Nierenversagen auftreten", erklärt Mayer.

Ursachen und Folgen chronischer Nierenerkrankungen

Die häufigsten Ursachen für chronische Nierenerkrankungen sind -sowohl in den Industrie- als auch in den Entwicklungsländern -Zivilisationskrankheiten wie Diabetes und Hypertonie (Bluthochdruck). Aber auch nephrotische und entzündliche Erkrankungen der Nieren sowie vererbte Nierenerkrankungen sind nach wie vor für das Auftreten von chronischen Nierenerkrankungen verantwortlich.
Für Menschen, bei denen eine chronische Nierenerkrankung festgestellt wird, steigt das Risiko, frühzeitig aufgrund einer kardiovaskulären Erkrankung zu sterben, auf das 10-fache. Chronische Nierenerkrankungen sind bei mehr als 12 Millionen Menschen jährlich für eine kardiovaskuläre Erkrankung verantwortlich. Diese Zahl steigt aufgrund des epidemischen Auftretens des Typ II Diabetes mellitus dramatisch an.

Konsequenzen durch Anstieg von chronischer Nierenerkrankung

Rund 1,5 Millionen Menschen mit chronischer Nierenerkrankung können zur Zeit weltweit nur durch Hämo- oder Peritonealdialyse sowie durch Nierentransplantation am Leben gehalten werden. Diese Zahl wird sich in der nächsten Dekade verdoppeln, sodass die Gesamtkosten für Nierenersatztherapie weltweit in den kommenden zehn Jahren die 1-Billion-Euro-Grenze überschreiten werden.
In Österreich waren laut Jahresbericht des Österreichischen Dialyse-und Transplantationsregisters per Stichtag 31. Dezember 2005 7.679 Patienten in chronischer Nierenersatzbehandlung (Dialyse oder Transplantation). Dies bedeutet einen Anstieg von 4,6% gegenüber dem Jahr 2004. Rund die Hälfte der Patienten - nämlich 3.742 - wurden dialysiert.

Empfehlungen für Prävention und Früherkennung

"A Call for Action" soll der Welttag der Niere - so der Wunsch der Nephrologen weltweit - sein. Um der Forderung nach Prävention und Früherkennung auch Taten folgen zu lassen, haben die Nierenspezialisten einige Richtlinien zusammengefasst.

Als erfolgreiche Maßnahmen zur Protektion von Erkrankungen der Niere wie des Herz-Kreislaufsystems empfehlen die Nephrologen:

1. Blutdrucksenkung
2. Kontrolle des Glukose-, Lipidstoffwechsels und der Anämie
3. ACE-Hemmer oder AT2 Blocker bei Proteinurie und reduzierter glomerulärer Flitrationsrate
4. Rauerentwöhnung
5. Regelmäßige Gewichtskontrolle
6. Vermehrte körperliche Aktivität

Besonderes Augenmerk sollte auf Hochrisikopatienten gelegt werden, bei denen Screening höchste Priorität haben muss. Als Hochrisikopatienten für chronische Nierenerkrankung gelten:

o Personen 55+
o Patienten mit Diabetes und Hypertonie
o Personen, die rauchen oder übergewichtig sind
o Personen mit Familienanamnese Diabetes, Hypertonie und Nierenerkrankung

Einfacher Test zur Früherkennung

Bereits durch einfache Tests beim Arzt kann frühzeitig eine chronische Nierenerkrankung - aber auch eine kardiovaskuläre Erkrankung - erkannt werden. Dabei wird das Kreatinin im Blut sowie das Albumin im Harn bestimmt.

"Nieren-Wissen" kann man testen unter:
http://www.worldkidneyday.org/pages/ok.php?lang=de

Weitere Informationen:
www.worldkidneyday.org
www.nephro.at

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Gesellschaft für Nephrologie, Univ.-Prof. Dr. Gert
Mayer & Ao Univ.-Prof. Dr. Alexander Rosenkranz, Tel. 0512 504-
25855 oder 81333 bzw. gert.mayer@i-med.ac.at oder
alexander.rosenkranz@i-med.ac.at

themata|kommunikation, Mag. Gertraud Auinger-Oberzaucher,
auinger-oberzaucher@themata.at, Tel.: 02252 206991-0

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