Frauenministerin Bures: "Kampf gegen Gewalt in der Familie ist der gesamten Bundesregierung ein Anliegen"

Bundeskanzler, Frauenministerin und Innenminister eröffnen die Ausstellung "Hinter der Fassade"

Wien (OTS) - "Gewalt in der Familie und gegen Frauen ist leider
ein Thema", so Frauenministerin Doris Bures heute, Mittwoch, einleitend in der gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Innenminister Günther Platter anlässlich der Ausstellungseröffnung "Hinter der Fassade". Themen dieser Ausstellung im Bundeskanzleramt sind die gesellschaftlichen Ursachen und Formen häuslicher Gewalt, Gewaltdynamik, ein Überblick über die Gesetzgebung und den Prozess der Hilfesuche sowie Möglichkeiten der Unterstützung.

Frauenministerin Bures hob am Vortag des Internationalen Frauentages hervor, dass es ein zentrales Anliegen sein muss, gegen die Tabuisierung von Gewalt in der Familie anzukämpfen: "Die heutige Ausstellungseröffnung ist der Auftakt einer gemeinsamen Anstrengung der Bundesregierung, Gewalt gegen Frauen und Gewalt in der Familie als das zu entlarven, was es ist: kein Kavaliersdelikt und keine Privatangelegenheit, sondern ein Verbrechen, eine Menschenrechtsverletzung." Die Ausstellung soll zeigen, dass es Hilfestellungen und Wege aus einer Gewaltbeziehung gibt und für das Problem und die dahinter stehenden Gründe sensibilisieren. "Neben der Bewusstseinsarbeit ist für uns auch der Opferschutz ein ganz zentrales Thema. Wir bekennen uns zu einer besseren Ausstattung der Hilfseinrichtungen und es ist uns auch gelungen, beim Budget für die gemeinsam finanzierten Interventionsstellen gegen Gewalt in der Familie die Mittel deutlich zu erhöhen", so Doris Bures.

Innenminister Platter betonte ebenso die Notwendigkeit von Bewusstseinsbildung und Informationsarbeit zum Thema Gewalt gegen Frauen und Kinder. "Es handelt sich hier um keine Privatsache. Es ist notwendig, dass wir die staatliche und gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen. Diese Verantwortung hat auch gerade die Exekutive mit zu übernehmen", so der Innenminister. Günther Platter lobte die gute Kooperation zwischen den Interventionsstellen und der Exekutive sowie zwischen dem Frauenministerium und dem Innenministerium. "Die Anzahl der Meldungen bei Interventionsstellen zeigt, wie hoch der Bedarf an Hilfe ist. So gab es beispielsweise an der Interventionsstelle Wien im Jahr 2005 insgesamt 3.177 gemeldete Fälle, das ist eine Steigerung um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr", informierte der Innenminister.

Bundeskanzler Alfred Gusenbauer wies darauf hin, dass es zwar Gesetze gegen Gewalt gäbe, aber noch kein allgemeines Unrechtsbewusstsein vorherrsche. "Wie wenig wir in den letzten Jahren erreicht haben zeigt, dass 90 Prozent der Eltern Ohrfeigen noch immer für ein taugliches Mittel halten", so der Bundeskanzler. Daher müsse noch stärker in der Öffentlichkeit vermittelt werden, "dass wir Gewalt in keiner Form und an keinem Ort dulden". Gusenbauer abschließend: "Wir brauchen eine verstärkte Sorge um die Opfer, wir brauchen Präventionsarbeit, um Gewalt zu vermeiden und wir brauchen auch eine Täterarbeit jenseits der Gefängnisse. Opfer müssen es sich leisten können, aus der wirtschaftlichen Abhängigkeit von Tätern zu fliehen. Daher ist Armutsbekämpfung auch Gewaltbekämpfung".

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