E-Card. Funktionsmöglichkeiten aus Sicht der Ärzte überschätzt

Datenschutzprobleme und zusätzliche Bürokratie machen Zusatzaufgaben problematisch

Wien (OTS) - Im Zusammenhang mit der schwer administrierbaren Obergrenze der Rezeptgebühren über die E-Card hat sich der Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Jörg Pruckner, zu Wort gemeldet. Das Problem illustriere, dass die Möglichkeiten der E-Card im Bereich des Gesundheitswesens derzeit "massiv überschätzt" würden, erklärte Pruckner am Mittwoch in einer Aussendung. Im medizinischen Bereich halte er derzeit nichts davon, die E-Card mit zusätzlichen Aufgaben zu befrachten. Jedenfalls solange nicht, bis das Problem des Datenschutzes und der beim Einsatz der E-Card entstehenden zusätzlichen Bürokratie gelöst sei.

Pruckner berichtete, dass der Hauptverband den niedergelassenen Ärzten zuletzt einen Plan für die elektronische Überweisung vorgelegt hatte, wonach die Administration der E-Überweisung nur über ein umständliches Ausfüllen elektronischer Formulare möglich gewesen wäre. "Gleichzeitig hätten wir parallel dazu noch Zettel ausfüllen müssen. Das ist ein bürokratischer Aufwand, den wir in dieser Form abgelehnt haben", eräuterte Pruckner einen Beschluss der Bundeskurie. Gleichzeitig sei geplant gewesen, die Daten auf einen zentralen Server zu legen, was von den Ärzten aus Datenschutzgründen abgelehnt werde. Ähnlich spiele sich die Situation bei der elektronischen Krankschreibung ab, bei der auch weiterhin Papierunterlagen benötigt würden.

Er würde sich sehr freuen, wenn die E-Card tatsächlich zu einem wesentlichen Informationstool im Gesundheitswesen werden könne, betonte Pruckner. "Aber angesichts unserer momentanen Erfahrungen haben wir Ärzte keine überragenden Hoffnungen", so der Bundeskurienobmann. "Wir erleben, dass die Fragen der Bürokratie und des Datenschutzes zu wenig berücksichtigt werden. Und auch medizinisch gibt es aus ärztlicher Sicht derzeit keinen Nutzen. Wenn schon Information, dann muss sie auch in Richtung Patient und Arzt gehen. Davon ist aber bislang noch zu wenig zu spüren." Auch die vermutlich gewaltigen Kosten der E-Projekte blieben bisher völlig im Dunkeln, bemängelte Pruckner abschließend.

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