Industrie: Mehr Frauen in Forschung und Technik - Vereinbarkeit Familie und Beruf deutlich verbessern

IV-Präsident Sorger: Anteil an hochqualifizierten jungen Frauen steigt - Mehr Frauen in Forschung und Technik verringern mittelfristig Einkommensunterschiede und senken Armutsrisiko

Wien (OTS) - (PdI) Der Internationale Frauentag am 8.3.2007 ist
auch für die Industrie Anlass, die Bedeutung der Frauen für den Wirtschafts- und Industriestandort Österreich zu betonen. "Frauen waren noch nie zuvor so gut gebildet wie heute" unterstreicht Dr. Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung (IV). "Der Anteil an hoch qualifizierten jungen Frauen steigt weiter, was für die österreichischen Unternehmen einen wichtigen Wettbewerbsvorteil darstellt." Dieser Trend muss weiter fortgesetzt werden, nicht nur im Interesse der Frauen, sondern auch im Interesse der Unternehmen und der Volkswirtschaft. Die Industriellenvereinigung sieht vor allem zwei wesentliche Handlungsfelder, um die Rahmenbedingungen für Frauen dauerhaft zu verbessern: mehr Frauen für Forschung und Technik zu interessieren und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich zu verbessern.

Frauen in Forschung und Technik

"Vor allem im Bereich von Forschung und Technik gibt es nachweislich einen dringenden Bedarf an Graduierten. Es braucht daher eine Verstärkung der Initiativen, um mehr Frauen für diese Studien zu motivieren", so Sorger. Zeitgemäße Berufs- und Rollenbilder, professionelle Bildungs-, Berufs- und Karriereberatung sowie kürzere und modulare Studienangebote sind wesentliche Elemente, um mehr Frauen für diese Zukunftsbereiche zu interessieren. Damit können mittelfristig nicht nur Einkommensunterschiede verringert, sondern auch das Armutsrisiko gesenkt werden. Die IV-Initiative "Die Industrie wird weiblich" soll dazu einen Beitrag leisten.

Optimale Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Viele Frauen können ihre hohe Qualifikation aufgrund schwieriger Rahmenbedingungen beruflich nicht entsprechend umsetzen. Die Industriellenvereinigung verweist auf die große ökonomische und gesellschaftliche Bedeutung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. IV-Präsident Sorger: "Es geht uns darum, in Absprache von Eltern und Unternehmen unter Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Kinder Wege zu finden, beides zu ermöglichen: Erwerbstätigkeit und Familie. EU-Staaten wie Schweden zeigen, dass dies möglich ist."

Die IV sieht im Besonderen drei zentrale Handlungsfelder:
Die Frage der Kinderbetreuung ist eine wesentliche Voraussetzung, gerade wenn es künftig ein flexibleres Kinderbetreuungsgeld geben soll. Eine vergleichende Studie, die die IV schon 2005 in Auftrag gegeben hat, belegt, dass österreichweit rund 46.000 Kinderbetreuungsplätze fehlen, vor allem für Klein- und Schulkinder. Weitere 40.000 Kinderbetreuungsplätze müssen qualitativ verbessert werden, was vor allem eine Ausweitung der Öffnungszeiten bedeutet. OECD und EU fordern Österreich immer wieder auf, den Ausbau der Betreuungsangebote für Kleinkinder voranzutreiben, wie auch der aktuelle "Bericht über Sozialschutz und soziale Eingliederung" der EU-Kommission vom 19. Februar 2007 zeigt. "Denn es ist bekannt, dass Kinderbetreuung ein Bildungsfaktor und damit eine Investition in die Zukunft dieser jungen Menschen ist", betont Sorger.
Das flexible Kinderbetreuungsgeld wird von der IV begrüßt: kürzere Bezugsdauer und höheres Kinderbetreuungsgeld schaffen mehr Möglichkeiten für Eltern und Unternehmen als bisher.
Als dritte Maßnahme, die häufig vernachlässigt wird, ist aus Sicht der IV ein Bewusstseinsbildungsprozess für Männer und Frauen nötig, um eine nachhaltige Veränderung von Rollenbildern und Lebensmodellen zu unterstützen und Partnerschaftlichkeit zu fördern.

Die Industriellenvereinigung hat zu allen drei Handlungsfeldern Modelle entwickelt und betont, dass in einer gemeinsamen Initiative aller relevanten Player sehr rasch die diesbezüglichen Rahmenbedingungen für Frauen deutlich verbessert werden können.

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