Ökostromförderung behindert Fortschritte beim Klimaschutz - Kleiner EU-Anteil beim CO2 rechtfertigt keinen EU-Alleingang

Wien (OTS) -

  • Projekte mit hoher CO2-Vermeidung werden aufgrund falscher Rahmenbedingungen nicht umgesetzt
  • Enormer Standortnachteil für Zellstoff- und Papierindustrie durch einseitige Biomasseförderpolitik
  • Europäischer Alleingang im Klimaschutz gefährdet Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Arbeitsplätze

Austropapier, die Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie, weist auf den Zusammenhang zwischen Kyoto-Ziel und Biomasse-Förderpolitik hin: "Falsche Schwerpunktsetzungen im Ökostromgesetz verhindern die Errichtung hocheffizienter Anlagen zur CO2-Reduktion. Während etwa die Verbrennung wertvollen Holzes teuer gefördert wird, wird der klima- und energiepolitisch viel sinnvollere Ausbau der integrierten stofflichen und bioenergetischen Biomassenutzung in modernen Zellstoff- und Papierfabriken durch den Einspeisezwang hartnäckig behindert. So können an Standorten, die über langjähriges Know-How und die Logistik für die effiziente und nachhaltige Nutzung erneuerbarer Energieträger verfügen, aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit keine neuen Biomasse-Kraftwerke errichtet werden. Dazu kommt das Fehlen jeglicher Kompensation für eigene Grünstromerzeugung und die durch die einseitige Förderpolitik bis zu 40% gestiegenen Kosten der Holzversorgung. Unsere Betriebe werden so durch falsche Rahmenbedingungen an der Umsetzung innovativer Maßnahmen zur CO2-Reduktion gehindert und erleiden im internationalen Standortwettbewerb Verluste in Höhe mehrerer Millionen Euro pro Jahr. Das wirkt sich langfristig negativ auf die Investitions- und Wettbewerbsfähigkeit und die Sicherung der Arbeitsplätze aus - dabei könnte unsere Branche der Schlüssel zu einer nachhaltigen ökologisch und ökonomisch erfolgreichen Klima- und Energiepolitik sein" unterstreicht Austropapier-Geschäftsführer Oliver Dworak. Im Hinblick auf die Klimaschutz-Beschlüsse des Europäischen Rates Ende dieser Woche fordert Austropapier Bundeskanzler Dr. Gusenbauer auf, eine Zustimmung zu weiteren EU-Zielen jedenfalls mit der Forderung nach Einbeziehung der großen Treibhausgasemittenten wie USA und China zu verknüpfen. "Der kleine EU-Anteil an den globalen Treibhausgasemissionen rechtfertigt keinen europäischen Alleingang. Damit würde durch verschärfte Vorgaben nur die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe gefährdet, ohne dem Klimaschutz effektiv zu dienen. Die Anlagen der österreichischen Papierindustrie sind punkto Energieeffizienz und Energiesparen ohnehin bereits an der Weltspitze. Nur aktives internationales Engagement kann den Klimawandel wirkungsvoll beeinflussen", so Dworak abschließend. Rückfragehinweis:

DI Oliver Dworak, Geschäftsführer
Austropapier
Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie
Gumpendorfer Straße 6 A-1061 Wien
T: +43/1/588 86-234, 0664 5443191
F: +43/1/588 86-222
dworak@austropapier.at
www.austropapier.at

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