Neues Volksblatt: "In den Zug" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 3. März 2007

Linz (OTS) - Wer mit der Bahn reist, will Signale setzen. Ob es
nun das Umweltbewusstsein ist, das demonstriert werden soll oder ob der Eindruck vermittelt werden soll, dass die ganze Regierung selbstverständlich in die selbe Richtung unterwegs ist: nach den Unfreundlichkeiten der ersten Regierungswochen tut Abwechslung jedenfalls ganz gut. Bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt vor der Presse in Linz vermittelten der Kanzler und sein Vizekanzler durchaus den Eindruck, dass sie gewillt sind, seriös miteinander umzugehen. Gusenbauer streute Molterer und dem roten Staatssekretär verbale Rosen für das Doppelbudget, der ÖVP-Chef wiederum verkniff sich jedes Anzeichen einer Jubelgeste, auch nicht in Bezug auf die Einigung in der Facharbeiterfrage, wiewohl sie stark die Handschrift der ÖVP trägt.
Natürlich wäre es blauäugig zu glauben, dass das so bleibt. Die Frage der Pflege wird bereits einer der nächsten großen Prüfsteine, und auch die Staats- und Verwaltungsreform wird - dafür sorgt schon die schwarz-rote Landeshauptleute-Parität -, so man sie ernsthaft angehen will, eine harte Nuss.
Wenn alle Stricke reißen, muss man sich halt wieder in den Zug setzen.

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