SJÖ: Regierung soll endlich Kinderbetreuung ausbauen!

Katholische Kirche ist für familienpolitische Fragen so ernst zu nehmen wie ein Marienkäfer in Fragen der Luftraumüberwachung

Wien (OTS) - Einen massiven Ausbau von
Kinderbetreuungseinrichtungen fordern Stefanie Vasold, Frauensprecherin der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ), und Torsten Engelage, Vorsitzender der SJÖ. Laut der heutigen Ausgabe der Tageszeitung "Österreich" will ÖVP-Familienministerin Kdolsky noch den tatsächlichen Bedarf erheben. Für Vasold und Engelage ist dies nur ein Vorwand, um den Ausbau weiter zu verzögern: "Der Bedarf an Kinderbetreuungseinrichtungen ist schon unzählige Male erhoben worden. Vor allem die Defizite für unter 3-jährige und über 6-jährige Kinder sind seit langem bekannt. Wir brauchen keine weitere Studie, sondern endlich entsprechende Handlungen."

Der katholischen Kirche schlägt Engelage vor, ihr rückschrittliches Frauenbild für sich zu behalten. Der Grazer Bischof Kapellari stellt in der aktuellen "Österreich"-Ausgabe einen Zusammenhang zwischen Drogenabhängigkeit und fehlender Kinderbetreuung durch die Mütter her. "Natürlich brauchen Kinder eine gute Betreuung. Durch die Eltern und durch die Gesellschaft. Kapellaris Argumentation ist allerdings an Niveaulosigkeit nicht zu überbieten. Ich stelle ja auch keinen Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und der Ausübung des katholischen Priesteramtes her."

Vasold betont, dass die unbezahlte Betreuungs- und Pflegearbeit nach wie vor weitestgehend von Frauen geleistet wird. Öffentliche Einrichtungen bringen nicht nur für die Kinder großes entwicklungspsychologisches Potential, sondern sind auch eine Maßnahme zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. "Drei Viertel der unbezahlten gesellschaftlichen Arbeit wird von Frauen erledigt. Lediglich 2 % der Männer nehmen Kinderbetreuungszeiten in Anspruch. Verantwortung muss nicht nur von der Gesellschaft sondern auch seitens der Väter wahrgenommen werden. Der massive Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen und Halbe-Halbe zwischen Männern und Frauen ist längst überfällig. Zwischenrufe von 'Kindererziehungsexperten' wie katholischen Bischöfen können wir in dieser Debatte getrost ignorieren."

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