Blecha: Länger arbeiten nur dann, wenn Ältere entsprechendes Arbeitsplatzangebot vorfinden

Europaweiter Sozialabbau hat keinen einzigen Arbeitsplatz geschaffen

Wien (SK) - Der Präsident der Europäischen Seniorenorganisation (ESO) Karl Blecha hat bei der ESO-Generalversammlung in Berlin zu den europaweit aktuellen Arbeitsmarkt- und Pensionsfragen Stellung genommen: "Wer länger arbeiten will und dazu fähig ist, der muss auch die Möglichkeit dazu haben. Ich halte nichts von formellen Festlegungen von höheren Regelpensionsaltern in Europa. Aber ich halte viel von gesunden und sicheren Arbeitsbedingungen, die es mehr Menschen erlauben, bei besseren Beschäftigungsmöglichkeiten länger am Erwerbsleben teilzunehmen."

Vor den europäischen Seniorenvertretern forderte Blecha neuerlich die europaweite Einführung der Wertschöpfungsabgabe, "weil in einer Zeit sinkender Lohnquoten und steigender Unternehmensgewinne in Rekordhöhe nicht länger Löhne und Gehälter allein die einzige Bemessungsgrundlage für Sozialversicherungsabgaben sein dürfen!" Blecha erteilte auch den Sozialabbau-Konzepten in zahlreichen europäischen Ländern eine klare Absage: "Trotz Sozialabbau wurde kein einziger Arbeitsplatz geschaffen!"

Blecha warnte davor, in Europa mit der "demographischen Keule zu schwingen". Blecha: "Da wird behauptet, dass niedrige Geburtenraten daran schuld seien, dass man sich den Sozialstaat nicht mehr leisten könne!", kritisierte Blecha und stellte dem Prognosen entgegen, wonach Volkswirtschaften trotz immer weniger Beschäftigten immer reicher werden können, "weil es darauf ankommt, wie produktiv die Menschen sind und nicht wie viele im Produktionsprozess stehen." Blecha: "Wenn der Sozialstaat in Zukunft durch die Höhe der Produktivität erhalten wird, dann wird eine Gesellschaft, die den Kuchen ihrer Wertschöpfung aufteilen muss, nicht von der demographischen Entwicklung abhängig sein, sondern ausschließlich davon, was ihren Mitgliedern wichtig und etwas wert ist."

Weitere Schwerpunkte der europäischen Seniorenvertreter sind der Kampf um den uneingeschränkten Zugang zur Gesundheitsvorsorge, zu medizinischen Leistungen und Pflegediensten, die von hoher Qualität aber auch langfristig gesichert sein müssen.

Karl Blecha stellt sich der Generalversammlung heute nachmittag der Wiederwahl als ESO-Präsident.

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