Eine Region stellt sich der Herausforderung Demografie.

Auftaktveranstaltung des Projekts "Herausforderung Demografie" in Spielberg

Spielberg (OTS) - Exklusive SORA-Studie zeigt: Jeder fünfte junge Mensch in der Region ist abwanderungsbereit. "Wir werden immer weniger und immer älter" - die Region westliche Obersteiermark ist besonders betroffen. Junge Menschen fordern: Arbeitet endlich zusammen! Ungewöhnlich: Projektträger ist ein regionales Privatunternehmen.

Hohe Abwanderungsbereitschaft

"Jeder fünfte junge Mensch zwischen 15 und 34 Jahren wird wahrscheinlich oder sicher aus der Region abwandern". Das zeigt eine gestern von Günther Ogris präsentierte SORA-Studie über die Lebenszufriedenheit und Abwanderungsbereitschaft junger Menschen in den beiden Bezirken Judenburg und Knittelfeld. Die Studie basiert auf einer repräsentativen Befragung von 800 jungen Menschen im Aichfeld-Murboden und wurde gestern Nachmittag exklusiv bei einer Auftaktveranstaltung für ein mehrjähriges regionales Demografieprojekt in Spielberg präsentiert.

Arbeitet endlich zusammen, sucht gemeinsam nach Lösungen!

Die Aussagen der junger Menschen in dieser Studie an die Verantwortlichen in der Region sind eindeutig: Die 38 Gemeinden der Region sollen Aufgaben gemeinsam lösen und auf diese Weise Geld sparen (90% Zustimmung). Die Gemeinden sollen über ihre eigenen Grenzen blicken (87% Zustimmung). Besonders im Bereich der fehlenden Arbeitsplätze gibt es aus der Sicht der jungen Menschen für eine interkommunale Zusammenarbeit viel zu tun. Hier klafft der Wert zwischen Wichtigkeit (90%) und Zufriedenheit (38%) am weitesten auseinander.

"Spitzenreiter" westliche Obersteiermark: Wir werden immer weniger und immer älter.

Die westliche Obersteiermark zählt zu jener Region, die vom demografischen Wandel unter allen österreichischen Regionen am stärksten betroffen ist. Laut einer ÖROK-Prognose ist in dieser Region bis zum Jahr 2031 mit einem Bevölkerungsrückgang von minus 15,3 % zu rechnen. Bei den unter 20jährigen gar von einem Rückgang um minus 38,1 % (Quelle: ÖROK, Juni 2006). Zur westlichen Obersteiermark zählen die Bezirke Murau, Judenburg und Knittelfeld.

"Alles tun, um die jungen Menschen in der Region zu halten"

9 der 10 anwesenden Schlüsselpersonen waren der Meinung, dass in der Region alles dafür getan werden sollte, die jungen Menschen in der Region zu halten. Ein klares Meinungsbild. Diese "aufgespürten" Meinungen unter den Schlüsselpersonen der Auftaktveranstaltung lieferten spannende Ergebnisse. Provokante Fragen - zum Beispiel, soll sich die Region auf die Älteren konzentrieren und "das Florida Österreichs werden?" - lieferten spannende Ergebnisse. Bei dieser Frage: eher nein. Im Programmpunkt "Aufspüren" füllten die anwesenden Schlüsselpersonen einen Fragebogen aus, dessen Ergebnisse am Ende der Veranstaltung präsentiert wurden.

Zusammenschluss zur Aichfeld-Stadt?

Mit Spannung erwartet wurde auch das Ergebnis der Frage, ob sich die Gemeinden zu einer großen "Aichfeld-Stadt" zusammenschließen sollten. Als dann zweitgrößte Stadt der Steiermark wäre die finanzielle Kraft um einiges größer. Überraschenderweise konnten sich 2/3 der rund 150 anwesenden Schlüsselpersonen dies durchaus vorstellen.

Ungewöhnlich: Regionales Privatunternehmen ist Projektträger

Initiiert und getragen wird das regionale Projekt von der Stadtwerke Judenburg AG. Das regionale Dienstleistungsunternehmen ist selbst betroffen: "Vor zwölf Jahren hatten wir in der Stadt Judenburg noch 11.500 Wasserkunden, heuer sind es nur mehr 9.500" erzählt Vorstand Ing. Mag. Manfred Wehr von der Stadtwerke Judenburg AG. "Wenn es gemeinsam mit den anderen regionalen Akteuren gelingt, die Abwanderung abzumildern oder geeignete Anpassungsstrategien zu finden, dann war unser Engagement für dieses Projekt eine Investition in die Zukunft des eigenen Unternehmens." Um eine optimale Zusammenarbeit mit den 38 Gemeinden beider Bezirke und der regionalen Wirtschaft zu gewährleisten, arbeiten das EU-Regionalmanagement Obersteiermark West und die Steirische Wirtschaftsförderung im Projekt mit.

Projekt "Herausforderung Demografie - Zukunft erkennen & Zukunft gestalten"

Der Auftaktveranstaltung am 1. März in Spielberg war der Startschuss für das Projekt. In den folgenden Monaten will das Projekt für den demografischen Wandel und dessen vielfältigen Folgen in der Region sensibilisieren. Es soll ein regionales Netzwerk aufgebaut werden, konkrete Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt und Ideen und Strategien für die Region gesucht werden.

Mehr Informationen unter: www.demografie.at

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Rückfragen & Kontakt:

Projektmanagement "Herausforderung Demografie"
Mag. (FH) Maria Stipper
Tel.: 0664/839 72 36
Email: regionalinitiative@ainet.at
Website: www.demografie.at

Regionalinitiative "Herausforderung Demografie
c/o Stadtwerke Judenburg AG, Burggasse 15, 8750 Judenburg
www.stadtwerke.co.at

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