• 02.03.2007, 09:00:00
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  • OTS0018 OTW0018

Finanzierung des Autobahn- und Schnellstraßennetzes in Österreich

Wien (WIFO) - Die Autobahnen- und
Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (ASFINAG) errichtet
und betreibt die hochrangige Straßeninfrastruktur in Österreich. Ende
2005 erreichten die Verbindlichkeiten der Gesellschaft 10,4 Mrd.
Euro. Die finanzielle Lage der ASFINAG und ihr Ausbauprogramm sollen
durch eine Anhebung der "Lkw-Maut" abgesichert werden. Dazu wird auch
eine Inflationsanpassung des Vignettenpreises (pauschale Zeitmaut für
Kraftfahrzeuge mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht unter 3,5 t)
ins Auge gefasst. Das WIFO schätzt in seinem jüngst erschienen
Monatsbericht, wie sich unter bestimmten Annahmen die
Verbindlichkeiten der ASFINAG entwickeln werden bzw. ab wann eine
Schuldentilgung aus ihrem Cash-Flow möglich sein wird.

Die Länge des Zeitraums bis zum Beginn der Schuldentilgung und bis
zur Ausfinanzierung des Straßenbaus hängt ab

- vom Ausmaß der noch erforderlichen Ausbaumaßnahmen,

- vom Wachstum des Verkehrs und damit der Mauteinnahmen und

- von der Entwicklung der Bau- und Kapitalkosten.

Die Berechnungen gehen davon aus, dass das für die Finanzierung
der Investitionen erwirtschaftete Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit nicht durch die Körperschaftsteuer (derzeit 25%)
reduziert wird. 2005 lieferte die ASFINAG 22,7 Mio. Euro an Steuern
vom Einkommen und Ertrag ab. Durch eine Übertragung des Eigentums am
Straßennetz vom Bund an die ASFINAG wäre eine Gewinnminderung
bilanztechnisch darstellbar (Aktivierung von Anlagen und
entsprechende Abschreibungen). Eine Bedingung für niedrige
Finanzierungskosten ist die Sicherung der Kreditwürdigkeit der
ASFINAG durch die Haftung des Bundes.

Berechnet wurden drei Varianten; in der "realistischen" Variante
gelten folgende Annahmen:

- Die Erweiterungsinvestitionen werden bis 2010 gegenüber den Plänen
der ASFINAG von 2006 etwas verzögert und laufen danach bis 2028 aus;
insgesamt werden 12,9 Mrd. Euro aufgewandt (zu Preisen von 2006).

- Das Wachstum der Ersatzinvestitionen verlangsamt sich mit dem
Nachlassen des Zugangs an neuen Verkehrsflächen.

- Der Personal- und Sachaufwand entwickelt sich wie die
Ersatzinvestitionen.

- Das Verkehrsaufkommen wächst zunächst noch kräftig, später aber
langsamer und stagniert ab 2022.

- Der Realzinssatz entspricht mit 2,2% dem des Jahres 2006.

In dieser Variante wird 2018 mit der Tilgung der Verbindlichkeiten
begonnen; sie wird 2037 fast abgeschlossen sein. 2040 betragen die
Überschüsse bereits 2,9 Mrd. Euro (Abbildung 1).

Wesentliche Risikofaktoren für die Finanzierung des Straßenausbaus
liegen in der Entwicklung des Marktes (Verkehrswachstum) und des
Realzinssatzes. Unter ungünstigeren Annahmen für diese beiden
Faktoren dauert die Ausfinanzierung der Investitionen in das
hochrangige Straßennetz entsprechend länger; in einer Variante mit
stagnierendem Verkehr und spürbar höheren Realzinsen wachsen die
Verbindlichkeiten unbegrenzt an. Den Risken kann mit einer
Zurücknahme der Erweiterungsinvestitionen und mit zinsangepassten
Mauttarifen begegnet werden. Bei der Festlegung der nominellen
Mauttarife ist im Besonderen auf die Baukostenentwicklung zu achten.

Abbildung 1: ASFINAG-Finanzierung - auf der WIFO-Website
(http://www.wifo.ac.at/presse)

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht
2/2007!

Rückfragehinweis:
Prof. Dr. Wilfried Puwein
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung - WIFO
Tel. +43 1 798 26 01-241 * Fax. +43 1 798 93 86
mailto:Wilfried.Puwein@wifo.ac.at

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