Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Der Feinschliff fehlt noch ... (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 2. März 2007

Klagenfurt (OTS) - Nach beträchtlichen Anlaufschwierigkeiten verkündete gestern die neue Bundesregierung die Frohbotschaft: das Doppelbudget 2007/2008 steht. Vorerst gibt es nur so etwas wie ein grobes Gerüst, das große Feilschen beginnt erst. Die Botschaften klingen gut - eingespart soll bei den Beamten werden, aber nicht bei den Lehrern. Mehr Geld gibt es für Bildung und Soziales.
Das ist Marketing wie aus dem Bilderbuch mit fast schon populistischem Charakter. Wohin welche Gelder fließen und wo sie abgezweigt werden, wird sich erst in den tückischen Details zur Ankündigung zeigen. Aller Skepsis zum Trotz beinhalten die Eckpfeiler des Haushaltes zumindest ein Bekenntnis, das heimische Schulsystem nach langen Jahrzehnten der Ignoranz verändern zu wollen.
Die Beseitigung von Doppelgleisigkeiten, veralteten Aufsichtsmodellen, inadäquaten Unterrichtsformen sowie Bildungsplan-Lücken bedarf nicht erst seit der Wende 1999 einer Reform. Jetzt ist die Chance da: Einen ersten wichtigen Schritt hat Ministerin Schmied mit der Senkung der Klassenschülerhöchstzahl gesetzt. Doch dabei darf es nicht bleiben. Um Österreich im internationalen Vergleich weiterzubringen, müssen tiefere Einschnitte vollzogen werden und die würden weniger populär sein als das Hoffnung weckende Regierungsprogramm.

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